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AMBERELLA, die schönste Göttin des baltischen Meeres

Die erste Annäherung: .04.04.1998

Im September 1997 haben wir AMBERELLA gekauft. Mir gefiel sie erst auf den 3. Blick! Der aber war dann der entscheidene! AMBERELLA, ist eine 12.98 lange Segelyacht, gebaut in Le Havre Frankreich.

Sie war mehr als 20 Jahre im Besitz der gleichen Familie und eine Generation ist somit darin schon aufgewachsen.Nun bedarf sie aber einer gründlichen Überholung um sie fit für eine Weltumsegelung zu machen. Kurz, sie sieht recht heruntergekommen aus.

AMBERELLA hat eine sehr schöne Rumpfform, ein absolut stabiles Rigg und ist für 3 Personen sehr geräumig. Trotz Ihrer fast 13 Meter steuert man sie mit der Pinne!, was viel Vorteile mitbringt. Der Rumpf ist aus Epoxy verstärktem Glasfieber gebaut. Mit Epoxy baut heut zu tage keine Werft mehr ein Schiff, weil es schlicht einfach zu teuer ist. Somit haben wir ein Kunststoffboot, dass keine Osmose kennt, das sonst grösste Übel von Polyester verstärkten Booten.

Das aus dem Rumpf gewachsene Kiel AMBERELLAs ist aus Gußeisen. Obwohl ich sie noch nie im Wasser segeln sah kann ich mir vorstellen wie weich Sie mit Ihrem eleganten Rumpf eintaucht. Doch bis diese Träume in Erfüllung gehen stehen noch eine ganze Reihe Arbeiten an!

Da ist zum Beispiel die Küche (der Seemann mag verzeihen dass ich zu Anfang meines Buches nur schwer von den typischen Seebegriffen Gebrauch mache, denn die kenne ich ohnehin ?noch" nicht). Die Küche, (Kombüse, Galley) wollen Nina und ich komplett erneuern, dazu kommen dann auch das Bad, (Head) der Salon, die Vorderkabine, das Deck... und und und kurz wir haben viel Arbeit. Unsere Bootsausbau-Nachbarn schworen sich schon darauf ein und die ?Jahre" aufzuzählen, die wir mit dem Ausbau der Yacht verbringen werden.

Doch so sehen das Nina und ich nicht. Klar müssen wir lernen dass die Dinge nicht so schnell fertig werden wie wir das als Grossstadt-Alltagsstressmenschen hier in Zürich gewohnt sind. Doch wir denken, dass wir nach einer Wintersaison in Fethyie, Türkei, dem jetzigen Standort der Yacht, die Segel setzen können.

Im Februar haben wir 1 Monat in Fethyie verbracht um einenEindruck von den anstehenden Arbeiten, der örtlichen Situation für Materialbeschaffungen und dem Klima eine Eindruck zu erhalten. Monika und Norbert, meine Eltern waren für 14 Tage eine grosse Hilfe und haben auf Nastasja, unsere jetzt 15 Monate alte Tochter, aufgepasst oder im 8 Stunden Akkord an AMBERELLA mitgearbeitet.

Das Deck und der Rumpf wurde geschliffen, das Kiel abmontiert und der Propellerschaft ausgebaut, fast alle Inneneinrichtung bis auf feste Laminierungen wurden entfernt, alle Verkleidungen Innen abgeschraubt, alle Luken abgebaut zum Teil ausgetauscht und von den Vorbesitzern verschlossenen Kajütfenster neu geöffnet und neues Plexiglas eingefasst.

Das Bad/WC wird total neu eingerichtet, die Küche ist entfernt und wir denken uns täglich neue Design für eine effektivere Inneneinrichtung aus.

Das erste Problem ist das Deck, bei dem es unzählige Stellen gibt wo Wasser in die Laminierung eindringt. So haben wir Teile des Decks ausgesägt und neue Verstärkungen eingefasst und wieder mit Glassfieber verschlossen.

Als Zweites wurde ein Riss am Heck überprüft und nach gründlichem Ausschleifen neu verglast und geschlossen. Ursache war die Stahlstreben zur Unterstützung des Ruderschafts, deren Rost und die damit verbunden Ausdehnung einen Riss in der Gegend um den Propeller getrieben hat.

Alain, von Fraternitas, ein Freund der Vorbesitzer half mir diese komplizierte Aufgabe zu lösen. Auch war er behilflich mit Werkzeugen die man zum Abziehen des Propellers brauchte.

Meine ersten Erfahrungen im Umgang mit Polyester und der Polymerisation von Kunstharz waren recht stümperhaft. Der erste Versuch endete in einem Fiasko von verklebten Fingern und Kleidern und ich entfernte die nach 2 Tagen immer noch nicht ausgehärteten Glasfiebermatten. Doch Alain versicherte mir das mein ursrünglicher Fehler, den ersten Auftrag von Polyester ohne Katalysator , ich hatte schlicht nicht gewusst das es überhaupt diese dritte Komponente zum Kunstharz mischen braucht, in einen Vorteil wenden wird. Er meinte die monatelange Aushärtung des Kunstharzes ermöglicht das Verschliessen der feinsten Risse! Wir trugen also zwei weitere Schichten in der richtigen Mischung auf und legten verschiedene Stärken Glasfasermatten ein. Das Werk sah danach nicht schlecht aus. Ob es hält wird sich zeigen.

Auch der Umgang mit Holz will noch gelernt werden, denn es sind eine ganze Reihe von Innenausbauten notwendig, da Nina und ich sehr viele Dinge entfernt haben.

Nach Ablauf des Monats hatte wir den Eindruck eigentlich überhaupt nicht vorangekommen zu sein. Das war ein ziemlich deprimierendes Gefühl. Ich zählte mir immer wieder vor was wir alles noch erledigen wollten, aber der Tag der Rückreise zum Arbeitsalltag war schon sehr nahe.

Doch wenn wir jetzt nach einem Monat wieder zurückblicken, sehen wir wieder die Arbeit die wir eigentlich geleistet hatten und sind wieder zuversichtlich AMBERELLA innert einiger Monate segelklar zu bekommen.

Vor uns liegt der letzte Sommer in Zürich bevor wir für 4-5 Jahre unser Zigeunerleben auf See beginnen. Wir werden diesen Sommer geniessen und sobald die Jollen auf dem See Ihre Kurse ziehen wird unsere Traum und erinnern.

AMBERELLA wird also nochmals 6 Monate allein in der Sommerhitze der Türkei brüten und darauf warten, das sie endlich das wieder tun kann wofür sie bestimmt ist- dem Segeln. Bis bald.....

die Fortsetzung des Umbaus erfolgte im Oktober und November 1998 und steht in AMBERELLAs Tagebuch

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