| Laptop
Reparatur an Bord
Ich habe mein
PowerBook G3 Wallstreet repariert. Das war vielleicht eine
Nervenprobe. Es war schon lange nötig aber ichhabe mich
3 Monate nicht getraut. In der Netzbuchse war schon lange
ein Wackelkontakt, das Laden war immer mühsam, weil ich
den Stecker anheben und biegen musste. Und gestern wars dann
schlussendlich ganz vorbei. Die Buchse brach vollkommen von
der Powersupply-platine und verschwand im Book.
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Nun hatte ich von Dirk,Techniker bei Gravis
Deutschland, zwar die Reparaturanleitung per email gebeamt bekommen,
und auch flüchtig gelesen, aber blöderweise war gerade
mein Akku komplett leer und ich hatte nichts ausgedruckt. So musste
ich mich blind an das Unternehmen machen.
Um an die Netzplatine ran zu kommen musste ich neben den üblichen
Dingen, wie Tastatur, Kühlplatte, RAM etc auch das Motherboard,
den Bildschirm, die Festplatte und das gesamte Gehäuse zerlegen.
Ich hab vielleicht geschwitzt auch ja nix kaputt zu machen.
Dann gingen natürlich 2 der Schrauben für Gehäuse
nicht ab, alle Versuche scheiterten, weil kein vernünftifger
Torxschraubendreher vorhanden war. Mit der Flex habe ich mir etwas
zusammengeschliffen, aber es war nicht präzise genug.
Ich konnte jedoch das Gehäuse soweit aufbiegen (vorsichtig!),dass
ich mit spitzen Fingern und Streichhölzern die Platine hochheben
seitwärts aus dem Gehäuse herausnehmen konnte.
Zum Glück ist auf der Platine Platz genug um mit zittriger
Hand zu löten:) Doch gerade als ich ansetzen wollte knallt
und blitzt es wie ein Gewitter im Schiff und ich sass kreidebleich
im Dunkeln. Nachdem der Schock vorbei war, stellte ich fest, dass
nicht das PowerBook explodiert war sondern die Weihnachtsbeleuchtung.
Scheinbar haben die griechischen 220 Volt Kabel so dünne Querschnitte
das man einen Lötkolben nicht anschliessen kann.
Ich zog also auf das Nachbarschiff und lötete mit einem 24
V Kolben.
Das ging verhältnismässig leicht. Doch das Einbauen war
ein Geduldsspiel weil ich erneut seitwärts die zig kleinen
Pins zum draufdrücken treffen musste.
Nachdem das geschafft war, baute ich alles wieder zusammen und wollte
starten.
Kein Wank, keine Regung. Meine Stimmung verdüsterte sich. (sehr
sehr)
Ich habe dann alles nochmals ausgebaut aber hatte keine Ahnung was
ich machen sollte.
So ging ich erst mal schlafen und schmiedete schon Pläne wie
ich an eine neue Platine komme, oder ob ich das PowerBook wieder
nach Deutschland senden muss.
Mit frischen Nerven gings dann heute noch mal ran und ich sah (unter
der Lupe), dass eine Lötstelle nicht richtig verschmolzen war.
Ausserdem war das Motherbord nicht richtig eingerastet.
Nachdem wieder alles zusammen war traute ich mich kaum einzuschalten,
doch dann sah ich die Batterie laden, (kleine Diode an dem Akku
blinkte) und wagte den Powerknopf.
Das vertraute Startgeräusch war eine Wohltat in meinen Ohren
und mein Adrenalinspiegel senkte sich langsam wieder auf Normalwerte.
Mit guter Laune und Energie ging ich dann also wieder an einfachere
Projekte widmete mich dem Bootbau.
Frank (Dezember 99)
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