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Tagebuch November 2000

3. November 2000 Aquadulce Marina bei Nacht ist eine Partymarina. An Schlaf war nicht zu denken. Wir lagen direkt vor einer Diskothek. Am folgenden Tag erfuhren wir vom Hafenmeister, dass man eventuell in Roquetas de Mar noch Platz finden würde. Zwar war dort auch die Marina voll belegt, doch der Fischerhafen bot noch einige unkonventionelle Plätze, die vor allem um ein vielfaches preiswerter als die Marina waren. Für 120 DM pro inklusive Wasser und Strom, so billig hatten wir noch nirgends einen Winterplatz. Wir fuhren mit dem Mietwagen nach Almerimar unserem Zielhafen und fanden auch eine überfüllte Marina vor. Almerimar Marina wurde uns als guter Winterplatz beschrieben und wir hatten grosse Erwartungen. Diese wurden jedoch ziemlich enttäuscht, denn wir hatten nicht erwartet dass Almerimar eigentlich eine künstliche Stadt ohne Zentrum ist. Hier leben im Sommer tausende Urlauber und im Winter findet man nur Bootsleute. Die Hoffnung hier wenigstens andere Yachten mit Kindern an Bord zu finden wurde auch nicht erfüllt. So entschieden wir uns in Roquetas zu bleiben und hier zu überwintern.

Fred mit seiner "Sarah" traf eine Woche später ein und wir konnten für ihn noch schnell einen Trockenplatz organisieren, denn seine 3 Monate Segelurlaub waren vorbei. Er wohnt in San Francisco und hat das Glück, dass sein Arbeitgeber seine Segelleidenschaft unterstützt.

So machten wir uns daran Roquetas zu erkunden. Unseren ersten Eindruck beschreibt Nina gleich im Email Tagebuch:"Wir haben Roquetas de Mar als unser Winterlager ausgesucht, bzw. es bleibt uns schlichtweg nichts anderes übrig.
Aquadulce war einfach schrecklich und unser ursprüngliches Ziel Almerimar ist total überfüllt mit hochnäsigen Wochenendsegler. Der Ort selber ist ausgestorben - und zieht ältere Golfspieler an...also passt nicht in unser Schema. Wie der Zufall es wollte mussten wir in Roquetas de Mar einen Stop einlegen. Ein kleiner Fischerhafen mit einer winzigen Marina. Es gibt da aber leider auch keinen Liegeplatz für uns, somit liegen wir bei den Fischern. Es ist ganz angenehm.
Um das Glück noch abzurunden kam heute morgen mein Franklin mit noch warmen Brezeln zum Frühstück. mmmmh, wie ich die liebe... hier in dem kleinen Ort gibt es doch tatsächlich einen deutschen Bäcker, jung, eben erst angekommen und backt jeden morgen Brezel.
Nun muss ich noch einen Kindergarten für Nastasja finden. Da es hier von Kindern nur so wimmelt wird es wohl kein grösseres Problem darstellen. - mit einem Pony hat sich Nastasja bereits angefreundet.
Gestern sind wir mit einem Auto in die Berge gefahren. Eine angenehme Abwechslung. Die Berge sind karg und alles schimmert grau in grau. Die Menschen von kleiner Statur und ziemlich herb. Ihre Umgangsform ist kühl. Ich schliesse das aber auf unser Aussehen zurück und auf die Tatsache, dass wir Fremde sind...und unser spanisch ist jämmerlich! die Kneipen vergleiche ich mir einer Müllhalde. Zigaretten, Papier, Essensreste und sonstiger Kram liegt wirr unter den Tischen Unsterne herum und keiner scheint sich darüber aufzuregen....
"

20. November 2000 Tja Nina machte also gleich Bekanntschaft mit der spanischen Mentalität und Gewohnheiten. zB das man in den Pub wirklich alles Papier und Zigaretten auf den Boden wirft.

Für Nastasja fanden wir schnell einen Kindergarten und sie war natürlich nicht zu bremsen unter andere Kinder zu kommen. Dass niemand eine andere Sprache ausser spanisch im Kindergarten spricht schien Nastasja wenig zu stören und sie lernte uns auch gleich ihre ersten spanischen Wörter, wie blau=azul und Pferd=Cabalio.

Die Stadt selbst ist grösser als der erste Eindruck und was uns am meisten gefällt ist dass Roquetas wenigsten seinen spanischen Charakter erhalten hat, während andere Küstenstädte schon komplett im Bann der Urlaubsnationen stehen.

Wir machten schnell Bekanntschaft mit anderen Seglern. David, von der SY "Chantelle" und Michel "Nomad", der uns seit San Thurini, Griechenland für mehr als 1500 sm begleitete, sind immer in der Nähe. Während wir auch noch Ingrid und Ludwig von SY "Lasqueti" kennenlernten. Die zwei sind urgemütlich und wie alle Fahrtensegler sehr hilfsbereit. Da sie schon 4 mal in Roquetas überwinterten, konnten sie uns sehr mit Tipps und Informationen zur Gegend helfen.

meine Eltern und Michel von "Nomad" zu Besuch Sept 2000

Thomas, mein Bruder kam für 1 Woche auf die Amberella und wir machten eine Exkursion nach Grenada zur Alhambra, Dieses Bauwerk und vor allem seine Innenarchitektur sind ein echtes Erlebnis. Am meisten gefielen mir auch die verschwenderisch angelegten Gärten mit seinen Wasserspielen. Der Prospekt hielt wirklich was er versprach und wir hatten eine tolle Zeit. Thomas machte seinen ersten Segelerfahrungen, als ich mit ihm auf einen Tagestrip mit der Amberella auslief. Wir hatten perfektes Segelwetter und genossen Stunden auf See.

Alhambra , Grenada Spanien 2000

Mein PowerBook dass erneut ausgestiegen war versuchten Thomas und ich nochmals an Bord zu reparieren, doch es funktionierte nur für wenige Minuten und brannte dann vollends durch. Seit Monaten konnte ich meine Webseite nicht erneuern und nun muss ich noch einiges länger warten bis der Computer wieder repariert ist. Sofern er repariert werden kann.

Thomas beim Segeln Nov. 2000

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