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Tagebuch
Juni 2000
21.6.2000 Endlich
ein Update. Wieder habe ich geringe Möglichkeiten, die Seiten
aufs Web zu laden. Ich hoffe trotzdem dass die Geduld sich lohnte.
gerade fang ich auch noch an etwas über unseren letzten längeren
Aufenthalt in Elounda zu schreiben.
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21. Juni 2000
Wir sind nun wieder am "Klarmachen" für einen weiteren
Schlag Richtung Westen. Zuerst von Elounda nach Iraklion,
später Westkreta.
(Bild Fischerboote in Elounda)
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20. Juni
2000 Das Wetter beruhigt sich
nun, denn es hat wirklich in den letzten Tagen sehr viel gestürmt
mit Windspitzen Stärke 9bft. Die AMBERELLA erweisst sich
aber immer mehr als seetüchtiges Schiff. Ihre Mängel
wiegen durch ihre guten Segeleigenschaften auf. Wenn ich ein paar
bessere Segel hätte wäre alles perfekt. Momentan ist
aber eher der Fehlerteufel an Bord. Der Aussenborder streikt nun
endgültig, die Batterien entladen sich ohne Grund und auch
sonst geht mir nichts richtig von der Hand.
GESTERN WAR ICH DER MEINUNG
ES "SPUKT" AN BORD. Die Batterien waren leer und der Lastabwurf
schaltete alles aus. So schaltete ich den Kühlschrank (der
grösste Verbraucher) ab und nutzte nur noch die Leselampen.
In der Nacht gab es dann Wind, genug für den Windgenerator
um die Batterien zu laden. Heute morgen wunderte ich mich nicht
schlecht, als Nina meinte dass im Kühlschrank alles gefroren
war. Der Kühlschrank war aber weiterhin abgeschalten. Das
ist schon komisch. Die Limonade ist immer noch gefroren, während
der Kompressor abgeschalten ist.
Die vielen kleinen Störungen
an Bord nerven mich aber wirklich. Ich habe noch so viele Kleinigkeiten
um die Ohren, dass ich mit den neuen Wartungsarbeiten gar nicht
nachkomme.
18. Juni
2000 Heute ist wieder so ein Fehlerteufel. Erst startete
der Motor nicht, weil das Getriebe neu justiert werden wollte.
Dann fiel unser Aussenborder endgültig aus. Seit 2 Tagen
streikt der Aussenborder. Ich kaufte in der Türkei 2 Sätze
komplett original Yamaha Dichtungen und Simmerringe (preis = 120
DM) eingeschweisst in der Verpackung, und in beiden Verpackungen
fehlt die wichtigste, die Dichting für die Vergaserwanne,
die ich auch nicht selber schneiden kann, weil aus Neopren und
kompliziert geformt. Aber das ist nicht das Hauptproblem, vielmehr:
der Schwimmer hängt immer (denke ich) und somit "säuft
der Motor ab". Ich habe das Teil nun sicher schon 15 mal
zerlegt und kann das Problem nicht anders umgehen, als einen komplett
neuen Vergaser zu besorgen, der aber wiederrum nicht in meinen
Budget liegt, also wird gerudert und nachgedacht wie ich es doch
noch wieder reparieren kann. Der Vergaser ist komplett verstellt
und was ich auch anstelle, ich bekomme den Motor nur kurzfristig
zum laufen.
Der seltsamste Fehlerteufel
ist aber mein Stromverbrauch. ich stellte fest dass AMBERELLA
Kriechstrom hat. Zuerst fühlte ich sogar eine Spannung, als
ich mit nassen Füssen im Dinghy stand und die Metallreeling
anfasste," zwickte" es, was mich bei nur 12 V, trotzdem
wundert, aber hier scheine ich sehr empfindlich. Man kann den
Strom messen, indem man ein Kabel ins Meerwasser hängt und
an Masse, bei mir an der Metallreeling ein weiters Kabel. Ich
mass satte 110 Milliamper bei 12 Volt Spannung. So ein Strom und
Spannungsunterschied ist ein grosses Problem, zersetzt er doch
die Metallteile unter Wasser, entläd Batterien ungewollt
und zerstört ungleiche Metalle schneller als einem lieb ist.
Man nennt das Lochfrass. Ganze Stahlplatten bekommen Löcher
oder aber der Propeller löst sich auf. AMBERELLAs Kiel ist
auch aus Stahl, während der Rumpf aus Kunststoff besteht.
Also suchte ich den ganzen Nachmittag nach dem Fehler, steckte
Verbraucher und Batterien ab und an, mass Spannung hier und da,
war verzweifelt doch dann fand ich heraus, dass einer meiner Adapter
in den 12 V Steckdosen die Ursache sein muss. Normalerweise müsste
die Sicherung im Adapter die 2 A beträgt durchknallen, aber
das war nicht der Fall, weil ja nur 110 Milliamper flossen.Wie
und warum dieser Adapter eine Kriechstrombrücke erzeugt ist
mir noch immer ein Rätzel. Auf alle Fälle scheint der
Fehler gefunden. Hoffentlich.
14. Juni
2000 Heiss, heiss heiss. Wir haben täglich
Badebedarf. Zum Glück hat der Strand viele Kinder für
Nastasja zum spielen. Es sind einige Schweizer hier und scheinbar
ist dieser Ort ein Domizil für Familien.Nastasja lernt täglich
neue Kinder kennen und übt mit ihren neuen Flossen zu schwimmen.
Ich nehme mir täglich vor an der AMBERELLA zu arbeiten, aber
momentan liegen wir wie gelähmt in der Hitze.
Täglich
sind Sturmwarnungen für Ostkreta und die Agais auf Kanal
16 zu hören, teilweise bis 9 Windstärken. Der Mistral
ist unüblich stark zu dieser Jahreszeit. Wir laufen ohnehin
nicht aus, denn wir haben genug Zeit bis July, wo wir Gäste
erwarten. Doch seit 4 Tagen versucht SY Titom, Pascal and Christinejeden
morgen nach Iraklion zu segeln, kommt aber nach wenigen Stunden
wieder zurück in die Bucht Spinalonga. Es ist einfach zu
viel Schwell und Wind da draussen. Auf Kanal 16 hören wir
dass im Segelgebiet bei Karpathos, die gleichen Stürme herrschen
wie bei unserer Uberfahrt vor 10 Tagen. Es wurde ein Mayday für
ein unbekanntes Schiff ausgesendet. Wir sind froh dass wir diesen
teil hinter und gebracht haben.
11. Juni
2000 Strandtag: Nina schreibt: Faulenzen
am Strand von Elounda. Gemeinsam mit Nastasja fing Frank
3 kleine Fische per Hand. Sie hielten ihre Hand mit etwas Brot
als Köder ins Wasser, und wenn ein Fisch über der Handfläche
schwamm schnappte Frank zu wie beim Fliegen-fangen. In der Klarsichtdose
für die Taucherbrille machten wir unser eigenes kleines Aquarium.
Skipper, unsere Katze, hatte seinen Spass und spielte mit dem
Aquarium. Bei Nacht jedoch holte er sich sein Abendessen direkt
aus der verschlossenen Büchse. Alle 3 Fische waren verschwunden.
"c'est la vie"

10. Juni
2000 Jürg verläßt
uns. Er muß zurück nach Rhodos, von wo sein Flieger
in die Schweiz abgeht. Der Inlandflug Kreta nach Rhodos ist sehr
günstig. Danke Jürg für deine Unterstützung.
Wir verlassen
die Marina und segeln nach Spinalonga. Es war wieder ein
schöner Segeltag, trotz einiger Flauteabschnitte. Die Bucht
ist sehr schön, absolut geschützt und ein perfekter
Ankergrund. Der Ort Elounda ist gefüllt mit Badetouristen.
Doch Elounda beherbergt auch 2 der bedeutendsten historischen
Grabstätten von Kreta. Die venezianische Festung auf der
Insel Spinalonga wird eines unserer Ausflugsziele sein. Hier werden
wir etwas Zeit verbringen, denn in 2 Wochen nehmen wir Freunde
in Iraklion auf. Das gibt uns auch Zeit die nötigen Arbeiten
an AMBERELLA auszuführen. Die Extremverhältnisse der
letzten Törns haben gezeigt, wo die Schwachstellen der AMBERELLA
bzw. unseres Ausbaus liegen. Ein Teil der Wassermengen die über
Bord spülten fanden ihren Weg ins Schiffsinnere Alles ist
feucht und Nina ist schlecht gelaunt wegen der Wäsche. Ich
muß unbedingt die Scheuerleiste, Teakreeling, am Rumpf abdichten.
Auch muß das Ankerspiel abgedichtet werden. Hier spülten
bis zu 60 Liter Wasser ein.
Nina vergaß gestern das
Seeventil zum Motor zu schließen, das wir immer schließen.
Nun lief die Bilge so voll,dass das Seewasser in die Ölwanne
des Motors, (durch den Ölkontrollstab) einlief. Ich war anfangs
stocksauer auf Nina, weil sie das vergaß, auch weil ich
selber immer noch keinen Schwanenhals für dieses Seeventil
konstruiert habe, der den Wassereinbruch verhindert hätte.
Ich konnte jedoch das Seewasser leicht aus dem Motor auspumpen.
Es setzte sich am Wannenboden ab, und ich drehte vorsichtig die
Kurbelwelle, bis wirklich kein Wasser mehr im Oel war. Das Getriebe
mußte ich nochmals nachstellen und wieder Öl nachfüllen.
Der Diesel lief dann ohne Probleme. Trotzdem muß ich hier
etwas unternehmen.
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09.
Juni 2000 Perfektes
Segeln nach Ak Nikolaos. Für Jürg der den letzten
Tag an Bord ist, ist dies ein schöner Abschluß.
In Nikolaos nehmen wir die AMBERELLA, in die neue Marina,
die perfekten Service bietet, leider aber ziemlich teuer
ist. (3900 DR = 25 DM pro Tag).
Im
Internetcafe wird uns sofort geholfen. Ich kann ein grosses
File downloaden, dass ich für meine Webaufträge
benötige. Die Lagune im Zentrum der Stadt liegt malerisch
von Cafes und Restaurant umschlossen.
(Bild
Bucht bei Spinalonga)
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07/08.
Juni 2000 Ich
stelle fest, dass das Getriebe wieder leckt und fluche erneut
auf die Türken, die mir den Simmering verkauften. Das einzige
Bauteil dass ich nicht selber eingebaut habe!!! weil mir die Presse
fehlte die das Drucklager aus der Fassung presssen konnte. Nun
bestelle ich die Originalteile aus der USA und muss das Getriebe
nochmals ausbauen. In 2 Wochen kommen Gäste an Bord, die
uns die Ersatzteile mitbringen können.
Wir
ändern den ursprünglichen Plan in Vai zu bleiben
und segeln anstelle nach Sitias, einer kleiner Stadt an
der Nordostküste-Kretas. Den grössten Teil müssen
wir motoren, weil Flaute aufkam, doch teilweise haben wir ein
paar sehr schöne Segelabschnitte, die den Spass am Segeln
wieder erwecken.
Sitias
ist ein hübsches Städtchen. Ich genehmige mir und Nastasja
eine Pizza, die schon italienische Masstäbe hat. Wir zahlen
900 DR pro Tag für die Mole und bekommen Wasser. Leider hat
es auch hier kein Internetcafe. Jedenfalls finden Jürg und
ich trotz der Hilfe der Einheimischen keine Möglichkeit email
zu senden. So benutze ich erneut das GSM Funkmodem um die nötigsten
Nachrichten zu übermitteln.
06.
Juni 2000 Sehr früh um 0530 heben wir
den Anker und segeln Kurs Kreta. Wieder gegenan. Ein Fluch
auf das Mittelmeer. Wir können gerade mal 230° Kurs halten
und müssen wenden, aufkreuzen. Ca 3 Stunden segeln wir nur
um Höhe zu machen, aber ohne eine einzige Meile zum Ziel.
Dann dreht der Wind eher auf WNW und mittels Motor halten wir
auch besser die Höhe. Ein Rendevous mit einem Supertanker
klappt okay. Der Funker des Tankers fragt nach unserem Kurs und
ändert seinen Kurs um uns auszuweichen. Nach beidseitigen
Wünschen von guter Fahrt verschwindet der Tanker im Dunst.
Wir brauchen wieder 13 Stunden für nur 32 Meilen gegenan.
Für
die Bucht die wir auswählen habe ich keinen Eintrag im Piloten.
Die Karte lässt aber auf problemsloses Ankern schliessen.
Wir ankern am Strand Vai, wie wir später erfahren
ist dies der berühmteste Strand von Kreta, der durch seine
Fülle von Palmen auffällt. Leider ist der Starnd und
alle Restaurants geschlossen, wie wir nachlesen immer ab 1800.
Es ist schon spät, doch wir fragen die letzten Strandbesucher
die gerade in ihr Auto steigen wollen, ob sie uns nicht ein Taxi
aus der Stadt (8km entfernt) Palatros senden könnten. Die
Urlauber, 2 freundliche Ungarn, nehmen uns einfach in Ihrem Mietwagen
mit. Ich selbst sitze in der Gepäckablage. Wir haben uns
das Bier in der Taverne heute wohlverdient, die Moral der Crew
steigt wieder.
05. Juni
2000 Der Wind nimmt ab und wir wagen einen
Schlag nach Kasos, der Insel südlich von Karpathos.
Die Windstärken sind so unbeständigt, dass ich permanent
beim Segelwechseln bin. Mal segeln wir mit 3 Reff im Gross und
kleiner Fock (die von Hand genähte Naht scheint zu halten),
und nachdem ich alle Segel einstellte gab es Flaute. Als das Reff
wieder ausgeschüttelt war, kamen Böen auf die uns wiederum
zum Bergen der Gross veranlassten. In die Bucht Chalathros kamen
wir aufgrund von Fallböen nur mit Mühe. Hier trafen
wir SY Shadowfax, die wir bereits in Lindos sahen. Sie erzählten
uns von ihrer Ueberfahrt und dass sie am Tag unserer Sturmfahrt
bis zu 56 kn Wind gemessen hatten.
04. Juni
2000 Der Wetterbericht auf Kanal
85 sagt weitere Windstärken bis zu 7 voraus, während
wir in totaler Windstille in der Bucht liegen. Also verbleiben
wir einen weiteren Tag in Amopi, geniessen das klare Wasser. Das
Reparieren des Gross ist problematisch. Ich reinigte die Stelle
von Staub und Salz und vernähte mittels "Hering-Stich"
den Riss. Das Material rundherum ist sehr gesund, ich weiss nicht
wieso das reissen konnte. Als zweites wollte ich mittels Segeltape
die Naht verkleben, aber das Tape klebte überhaupt nicht.
In Iraklion muss ich einen Segelmacher aufsuchen der die Stelle
patched.
Ich tauchte
den Rumpf ab. Unser Antifouling ist schon sehr weit abgefahren,
doch die letzen Törns haben jeglichen Bewuchs komplett abgefahren.
Die Zinkanoden sind bewachsen und ich habe den Verdacht, dass
sie nicht richtig arbeiten.
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03.
Juni 2000 Landausflug nach Karpathos,
Stadt. Wir unternehmen einen herrliche Wanderung über
die Berge von der Bucht Amophi nach Karpathos. Nastasja klettert
wacker die Felsen mit und lässt sich nur wenig die schweren
Stücke tragen. Oben auf dem Berg angekommen übersehen
wir die gesamte Bucht und das Hinterland. Nach Karpathos geht's
querfeldein durch Felder und Forststrassen. Das letzte Stück
werden wir von Plantagenarbeitern auf dem Anhänger mitgenommen.
Die Leute sind auffallend freundlich. Karpathos bietet einen
überraschend schönen Anblick. Wie aus der Postkarte.
Wir genehmigen uns Eiskrem und sitzen in einer Taverne mit
Meerblick. |
In einem
Fischerladen bekomme ich Segeltape zum Kleben des Grosssegels
und kaufe eine gute Taucherbrille. Ich muss mir mal den Kiel nach
einem Jahr im Wasser ansehen.
02. Juni
2000 Nach dem harmonischen Segeltörn von Rhodos nach
Lindos und Lindos nach Cap. Istros haben wir nun heute wieder
mal den Volltreffer gelandet. Der Wetterbericht sagte Windstärken
NW von 5-6/ später 7 ansteigend voraus. Doch als gestern
der Wind eher auf SW lag und später sogar einschlief, konnten
wir uns nicht so sehr darauf verlassen. Heute morgen um 0600 gings
dann von Cap Istros los. Das Ziel war 46 Meilen entfernt, Insel
und Stadt Karpatos. Im Handbuch wurde erwähnt dass südlich
von Rhodos wegen einem Seeplateau wo die Tiefe von 600m abrupt
auf 100m ansteigt eine sehr steile See aufbaut. Das kann ich nur
bestätigen. Ausserdem wurden aus den 7 Windstärken dann
konstante 8, denn die Gischt flog ununterbrochen übers Deck
und auch Wellenkämme sprühten Gischt, unsere Reeling
war unter Wasser (was bei der AMBERELLA mit 15 Tonnen Verdrängung
schon was heissen soll) und wir liefen mit Sturmbesegelung. Skipper,
die Katze war als erste seekrank und schiss erst mal auf den Teppich
im Gang. Dann kotzte er noch auf die Polster im Cockpit. Prost
Mahlzeit. Mein Magen fühlte sich dann auch nicht mehr so
toll an und ich"entleerte" ihn schnellstens. Die Kinder
hielten das Geschaukle am längsten durch, doch Nastasja fühlte
sich später auch unwohl. Nina war am schlimmsten drann, sie
verkrampfte total beim Anblick der Wellen. Zum ersten Mal hatten
wir Brecher ins Cockpit. Da unser Cockpit im achterlichen Teil
des Schiffes liegt, müssen schon ganz schöne Brecher
rüberkommen, bis uns einer im Cockpit erreicht. Ich wollte
schon die Taucherbrille rausholen, weil hin nund wieder doch mal
eine Welle seitlich anprallte und sich dann über den Rudergänger
ergoss. Durch meine Brille sah ich bei so viel Salz kaum noch
etwas. Das 3. Reff im Gross stand nur etwa 3 Stunden, dann riss
das es an einer Naht. Inwischen hatten wir noch mehr Böen
als erwünscht und AMBERELLA mache über 9 Knoten. Da
half dann nur noch die kleine Fock. Die Höhe zu Karpatos
konnten wir so, ohne Gross, nicht mehr halten und gingen anstelle
von Karpatos etwas südlich in der Bucht Amorphos vor Anker.
Von hier können wir morgen zu Fuss in die Stadt Karpatos
laufen. Die Böen bringen auch hier bis 30 A Ladestrom vom
Windgenerator, was so 7-8 bedeutet. Genaue Angaben erhielten wir
erst später von SYShadowfax, die 56 Knoten Wind gemessen
hatte. Die Fähre nach Karpathos musste das Anlegemanöver
4 mal fahren, weil der Wind sie immer wieder von der Pier wegblies.
Auszug aus dem Logbuch der
SY AMBERELLA vom 2. Juni 2000.
| time |
course |
speed oG |
remarks |
position |
weather/wind |
| 0600 |
- |
- |
verlassen Cap Istros, |
Cap Istros |
klar 3-4 W-NW, auffrischend,
1010mb |
| 0645 |
230° |
5kn |
2. Reff in Gross + kleine Fock |
35°53'23N
27°49'30E
|
NW 5-6 |
| 0710 |
228° |
3.7kn |
3. Reff in Gross + kleine Fock |
36°52'27N
27°47'58E
|
NW 5-6 / Böen zu 7
1010mb klare Sicht
|
| 0745 |
230° |
5.3kn |
steile See baut sich auf, sehr
unangenehm, Brecher über Bug |
35°50'70N
27°44'87E
|
6 NW- WNW 3-4 m Welle |
| 0815 |
200° |
3.6kn |
Gross reisst an Naht über
3. Reff, bergen Gross, segeln nur noch mit Fock |
35°49'19N
27°42.67E
|
6-7 NW 3-4 m Welle |
| 1030 |
213° |
4kn |
kleine Fock,einzelne Brecher
bis ins Cockpit, nähen des Gross ist bei der See unmöglich |
35°43'00N
27°37'92E
|
7 NW. 3-4 m, diesig |
| 1145 |
215° |
5kn |
heavy!! chaos im Schiff, Nina
ist schwer seekrank, Jürg massiert ihre Hände, Kinder
schlafen zum Glück |
35°35'05N
27°29'6E
|
7 NW. 4 m, 1012mb |
| 1225 |
240° |
5.5kn |
hartes Ruder, keine Chance zum
Wechseln auf Sturmfock, |
35°31'28N
27°24'0E
|
7-8 / 4m Gischt fliegt |
| 1400 |
217° |
4kn |
Karpathos im Dunst in Sicht |
|
NW 8 / einzelne 9er Böen |
| 1435 |
200 |
2-3kn |
können Höhe nicht halten.
Moral fällt |
|
9er Böen |
| 1515 |
225 |
7-8kn |
Maschine um Höhe zu halten
, kleine Fock . wechseln auf Sturmfock |
35°27'23N
27°14'67E
|
Gisch fliegt, Sicht schlecht
8 NW |
| 1745 |
225 |
0-2kn |
Motor+Sturmfock, sehen Fähre
mit Problemen am Cap |
35°26'70N
27°13'15
|
8 NNW, weiter Steile See |
| 1915 |
- |
- |
Ankern in 8-13m Fels-Ssand Amorphi, schön klares Wasser
|
|
wenig Fallböen von Land |
| |
|
|
|
|
|
Die letzten 6 Meilen kosteten 4 1/2 Stunden und
so schafften wir die Strecke nur in 13 Stunden. Für hart
bis halbhart gegean ist das schon okay, für unseren alten
Kahn + marode Segel. Also morgen wird wohl erst mal frei gemacht,
Segel genäht und das Chaos im Boot aufgeräumt. Die Crew
is wohlauf. Selina war am tapfersten und hatte nie Mühe gemacht.
Alle anderen haben mindestens einmal gekotzt.
| 30 Mai 2000/ 1. Juni
2000 Perfektes Segeln von Rhodos nach Lindos. Lindos
ist eine Stadt wie aus der Postkarte. Souvenirläden,
Boutiquen und Restaurants säumen die engen Gassen. Wir
laufen zur Burg, die aber ab 1800 geschlossen ist, geniessen
jedoch den herrlichen Ausblickn auf die Bucht. |
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Nackt Duschen verboten!
Am Strand werde ich von einem Coastguard Offizier angehalten,
der mich in sein Büro bittet. Nun denke ich es wird Ärger
geben, weil wir in Rhodos nicht einklarierten und auch die neue
Steuer, die Schiffe entrichten müssen die Griechenland anlaufen,
nicht bezahlt haben. Sie beträgt 12 DM pro Bootsmeter und
ich sehe nicht ein, warum ich als Europäer eine Steuer für
den Eintritt in die EU leisten soll. Also zahle ich nicht. 156
DM kann ich anderweitig verwenden, und ausserdem klagt die EU
gegen diese Steuer seit seiner Einführung im April 2000.
Viele Segler die ich kenne wollen Griechenland deswegen boykottieren.
Stattdessen rügt mich
der Beamte, weil ich am öffentlichen Strand nackt geduscht
habe. Er deutet darauf hin dass ich bestraft werde wenn ich das
nochmals mache. Ich deute auf die "oben Ohne" Mädels
am Strand und erkläre, dass ich in Badehose geduscht habe
und nur meine Unterhose gewechselt habe. Er lässt sich nicht
darauf ein. Nun verlangt er die Schiffspapiere und Passagierliste.
ich mache mit dem Drucker schöne korrekte Ausdrucke (eine
Freude für jeden Beamten) und gehe mit Nastasja zum Office.
Kinder machen hier immer Eindruck. Er ist nun eher gelassen und
stempelt meine Papiere. Als ich ihm erklärte dass meine Tochter
in Rhodos geboren wurde, war ohnehin die Stiummung schon lockerer.
Nun habe ich korrekte papiere
für Griechenland und sollte ohne Probleme das land passieren
können.
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