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02/2/99 Ich hasse Regen. Nicht das ein kleiner Regenguss meine Stimmung gleich vermiesen könnte, aber 6 Tage Dauerregen in Eimern, Hagel und starke Windböene sind nun einfach zu viel. In Göcek, ein kleines Städchen ca 30 km der Küste aufwärts, war der Sturm viel stärker. Einem Seglerkollegen brachen alle Schoten und sein Schiff zerschlug an der Steinpier.

Gestern am Abreisetag von Thomas und Michael strahlte der Himmel und die Hoffnung auf Rückkehr der Sonne war berechtigt. Doch heute ist schon wieder bewölkter Himmel. Thomas und Micha's Hilfe war ungemein wichtig für mich und ich rechne es beiden hoch an, dass sie 14 Tage ihres Jahresurlaubs für das Projekt AMBERELLA geopfert haben. Leider konnten wir nicht so gut vorankommen wie wir es uns gewünscht hätten, doch ein gutes Stück ist schon geschafft wurden. Das Wetter vermieste auch etwas die Urlaubsstimmung der zwei Helfer. Ich hoffe wir können bessere Zeiten an sonnigen Stränden nachholen. Also Danke! Thomas und Micha für Eure Hilfe. Micha hat übrigens eine eigene Homepage im Aufbau, in der er seine eigene Musik aufs Web spielt. Thomas, mit eigenem Internetserver bietet Service rund ums Internet für den Interessenten an.

Die Küche benötigt nur noch eine Arbeitsplatte und der Grundstein für die Elektrik wurde von Thomas gelegt. Jedenfalls bin ich wieder guter Stimmung und gehe mit neuer Energie ans Arbeiten heran. Micha zeigte mir ein paar Schreinertricks und ich konnte einiges von Thomas lernen.

27/1/99 Wieder mal ein schwarzer Tag. Ich verbrachte den ganzen Tag mit dem Einkauf von Material. Erneut habe ich mich in den Türken getäuscht als ich versuchen wollte eine Küchenplatte anfertigen zu lassen. In einem Geschäft sagte mir vor einigen Tagen der Verkäufer man könne jedes Mass angeben um eine Tischplatte anfertigen zu lassen. So machte ich also eine Schablone aus Sperrholz und brachte sie in die Werkstatt. Dort sollte aus Mermerit, das ist Marmorsand und Polyesterharz, eine Platte nach den in AMBERELLAs Küche erforderlichen Massen gearbeitet werden. es sollte dazu eine Spüle eingebaut werden die wieder abgedeckt werden konnte,sozusagen als erweiterte Arbeitsfläche und die Klappe für den Kühlschrank, den man von oben öffnen wird, sollte man auch gleich in die Arbeitsplatte einbauen. Nachdem ich mit allen möglichen Künsten das Verständigungsproblem gelöst hatte, erzählte mir der Werkstattmeister alles wäre kein Problem. Er würde noch gerne mit an Bord kommen um die Masse zu überprüfen und in 10 Tagen solle die Platte fertig sein. Wir einigten uns an Bord auf eine Verhandlungsbasis von 20 Millionen pro Quadratmeter (20 Millionen Türkische Lira sind heute etwa 100 Mark) Ich rechnete also mit maximal 120 Mark. Dies ist schon ein happiger Batzen Geld in einem Land wo der Mittagstisch 2.50 DM kostet und die einfachen Leute zwischen 300 und 600 Mark pro Monat verdienen. Gesagt getan fuhren wir nochmals in die Werkstatt um die Farben auszuwählen. Hier wurde dem "Meister" plötzlich bewusst ,dass er hier und da nicht nach seinen Standartformen arbeiten konnte und er meinte es würde länger dauern die Platte zu fertigen. Er meinte nun auch man könne die Platte nicht am Stück machen sondern müsse zwei kleine anfertigen und zusammenkleben. Nun war auch nicht mehr die Rede davon die versenkbaren Scharnieren einzuarbeiten und plötzlich solte alles zusammen 40 Millionen kosten. Sonst so verhandlungsfähige Türken waren nun überhaupt nicht mehr gewillt in irgendeiner Form von ihrer Preisvorstellung herunter zugehen und ich merkte das der Kerl sich einfach aus dem Projekt zurückziehen wollte. Anstatt überhaupt mit sich reden zu lassen ging er nun leer aus und verdiente überhaupt nichts.. So war ich wieder mal verarscht und hatte einen wertvollen Tag verschwendet. Manchmal frage ich mich warum ich mich so lange in diesem Land aufhalte. Mir steht momentan nicht die Lust danach all die Ungereimtheiten in diesem chaotischen Land aufzuzählen, aber ich sollte mich wohl mal hinsetzen eine Webseite schreiben und eine gehörige Portionen türkische Luft rauslassen.

Wenn ich in einem normalen Land wäre könnte ich in einen grossen Baumarkt mit meiner Visacard in wenigen Tagen mein ganzens Schiff ausrüsten, aber nein ich hänge hier rum und verschwende wertvolle Zeit und somit auch Geld in einem Land wo ich die Mentalität der Leute absolut nicht begreife.

26/1/99 Heute nahmen wir den Tag frei. Ausserdem ist Australias Nationalfeiertag und wir hatten einen Grillabend im Segler Restaurant. Nastasja hatte sogar den richtigen Hut zum Festtag.
25/1/99 Jetzt geht es wieder ein Stück vorwärts. Teile der Kombüse sind bereits installiert...

Michael, Thomas, Frank und Nastasja beim Umbau!

24/1/99 Mit Hilfe von Thomas und Michael geht das Arbeiten ein gutes Stück schneller. Natürlich werden wir in den nächsten 14 Tagen nur einen Bruchteil schaffen, doch es ist schon ein schönes Gefühl ein wenig Unterstützung zu erhalten.
Beide opfern 14 Tage Ihres Jahresurlaubs um uns zu helfen. Das ist schon ein echtes Stück Bruderschaft. Michael, als gelernter Schreiner und Thomas, als Fachmann für Elektronik sind die wahre Goldgrube an Fachwissen. Thomas kümmert sich um die Installation der alternativen Stromerzeuger, wie Windgenerator und Solarpanel.
Micha stürzte sich sofort auf den Innenausbau und zimmert momentan ein neue Küche.
Heute sind auch die Festtage des Ramadan zu Ende und somit konnten wir dringend nötiges Material und Werkzeug einkaufen. Nach Empfehlung Michaels investierte in weiteres Werkzeug und addierte zu den schon vorhandenen Maschinen
eine Handkreissäge,
eine zweite Bohrmaschine mit Drehzahlektronik
einen Hobel
Feilen
Diverse Kreuzschraubendreher
Und eine Tonne Material zum Verbauen.
Wir bauen nun in Sperrholz und in einfachem Nut und Feder, in Kiefer. Diese einfache Inneneinrichtung war schon vorher in AMBERELLA vorhanden und somit kann man das Neue mit dem Alten gut anpassen.

All dies bekam ich an einem einzigen Tag! Das soll hier in der Türkei schon etwas heissen, denn normalerweise verbringe ich frustrierende Tage beim Suchen nach Material und lernte immer wieder Kompromisse zu machen.

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