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Mai-Juni Tagebuch 2001 (Nina)
Mit dem Sommer verlassen viel Fahrtensegler den
Hafen und wir bleiben (noch) zurück. Wir nahmen Abschied
von SY Troll (Beatrice und Pierre) die die Balearen ansteuerten,
SY Lasquetti (Ingrid und Ludwig), . ....
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Im Juni besuchten uns meine
Schwester Yvonne mit ihren drei Kindern, Christiane, Michael
und Oliver, auch kam ihre langjährige Freundin Karin
mit. Wir verbrachten 10 gemeinsame Tage in Roquetas. Frank
und ich haben für sie direkt am Strand, 5 Minuten von
uns entfernt, eine Wohnung besorgt. Trotzdem übernachtete
Yvonne mit den Kindern 3 mal auf der Amberella. Ich glaube
sie haben Gefallen daran gefunden auf einem Boot zu übernachten.
Im Juli hat sich nun meine Mutter als Gast an Bord angekündigt.
Wir freuen uns auf den bevorstehenden Besuch. |
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Frank hat unseren neuen Dinghi
- nach einer langen Kunstpause - fertig gestellt. Endfazit,
wir passen als ganze Familie rein - ohne unter zu gehen!
Heute musste das Dinghi herhalten und Frank probierte aus,
ob er ohne jegliche Hilfe vom Wasser in das Dinghi reinkommt.
Prüfung bestanden. |
Auch unsere Kinderrettungsweste hat die Tüchtigkeitsprüfung
überstanden. Ich hatte in einem Putzanfall die Schwimmweste
in der Hand und legte sie ohne zu denken in den grossen mit Wasser
gefüllten Waschbehälter. Einen Schrecken kriegte ich,
Frank einen Lachanfall, als es wenige Sekunden später hinter
mir zischte. Die Rettungsweste hat ihren Dienst ausgeführt,
ganz zu meiner Befriedigung.
(SECUMAR Rettungsweste, DIN 7929-C, vollautomatisch aufblasbar,
ohnmachtsicher bis 25 kg).
Auch haben wir unseren alten Teppich entsorgt. Stattdessen liegt
nun pflegeleichter Linoleum auf den Bodenbretter. Ich bin glücklich
über diesen Wechsel. Es ist nicht nur leichter sauber zu
halten auch wirkt es heller, größer und besonders jetzt
mit den heißen Temperaturen, kühler.
In der Küche haben wir endlich den Schrank, wo wir Säcke,
leere Gläser etc. aufbewahren, neu geordnet. Zwei Leisten
und zwei Kisten zum rein und rausschieben erleichtern den Alltag
in der Küche ungemein.
Ich bin dabei hier und da kleine Leisten neu oder wieder frisch
zu lackieren. Hat man erst mal mit solchen Arbeiten im Boot angefangen
sieht man immer neue kleine Detail-und Verschönerungsarbeiten.
Die Teakreeling habe ich neu mit Benar lackiert, bzw. geölt.
Nachdem uns nun mehrere Leute von diesem Produkt vorgeschwärmt
haben wie einfach es doch zu Hand haben ist, probieren wir es
nun auch auf der Amberella.
Die Decksfarbe blättert an einigen Stellen ab. Rund um die
Lucken habe ich mit 1komponentigem - weissem Poliuretanlack neu
lackiert.
Nastasja schliesst diese Woche ihren Kindergarten ab. Juli und
August sind Ferien. Ich glaube sie freut sich auf die etwas ruhigere
Zeit. Fast täglich habe ich nun den Kampf mit ihr, dass sie
aufsteht und sich für den Kindergarten fertig macht. Stattdessen
möchte sie viel lieber den ganzen Morgen malen oder gleich
zum Strand.
Unsere Segelfreunde, nach diesem gemeinsamen Winter beinahe schon
Familie, Monika und Reinwald auf dem Schiff Moby Dick, verlassen
uns für vier Wochen und gehen mit ihren Kindern und Grosskindern
nach Marokko segeln. Schade dass wir nicht mitsegeln.
Ich arbeite nun regelmässig einmal in der Woche für
eine Reisegesellschaft und fahre mit deutschen, belgischen oder
englischen Touristen zu der historischen Stadt Granada. Neben
der sprachlichen Herausforderung musste ich mich in die spanische
Geschichte einlesen, sehe einiges von Andalusien und deren Reize
und ich arbeite unter anderem mit Einheimischen zusammen. Granada
ist, von den Städten die ich bisher gesehen habe, definitiv
meine Lieblingstadt. Für mich ist diese Tätigkeit eine
willkommene Abwechslung.
Frank versucht nun nebst den Arbeiten auf der Amberella, seinen
Computerprojekten, "Vater- Freund-Mann-Sein" sein Glück
als Fischfänger. Bisher ist der grosse Fang noch ausgeblieben.
Nächtlich fahren sie mit einem kleinen, komerziellen Fischerboot
auf das offene Meer oder zum Gabo de Gata (Cap de Gata) und legen
an die 5km lange Fischerleinen aus....dazu aber Frank ausführlicher:
Das Leben der Fischer (Frank)
Tja, Ich probiere ich mich als Fischer. Eine komplett neue Erfahrung.
2 Spanische Fischer suchten noch einen Mann für das kommerzielle
Fischen und fragten mich ob ich das mal probieren will. Warum
nicht. Nun kann ich also hautnah die Idylle des Fischerlebens
miterleben. Doch von Idylle keine Spur. Es ist ein zeitraubender,
schmutziger und oft anstrengender Job. Doch andererseits finde
ich, ist die Arbeit auf der kühlen See bedeutend angenehmer,
als hier irgendwo in der Stadt bei fast kochenden Temperaturen
eine Arbeit zu verrichten.
Wir fangen mit einer Leine und fast 1500 Haken und Ködern
momentan Sable, ein silberner langer fast schlangenartiger Fisch.
Dabei gehen auch ab und zu Rotbarsche, Meeresforellen und Tunfische
an den Haken.
Die Tunfischjagt beginnt Ende August. Dann werden wir mit nur
4 Haken auf die Suche nach richtigen Brocken von ca 300kg gehen.
Eine Art Grosswildjagt.
Momentan haben wir nur wenig Glück mit dem Fischen, bereits
zweimal rissen die Leinen und wir verloren wertvolle 1000 Haken
oder das Wetter verhinderte unser Auslaufen.
Auf jeden Fall muss ich mich erst selbst noch von den grossartigen
Erzählungen (Fischerlatein) der Alten überzeugen und
wenn dann der "Grosse" anbeisst, kann es auch schon
mal 5000 Mark oder mehr für nur einen Fisch geben. Wenn dann
die Beute unter 3-4 Personen aufgeteilt wird ist natürlich
ein Fest angesagt. Doch bis jetzt kann ich von solchen Fängen
nur Träumen. Scheinbar ist es diese fixe Idee nach dem grossen
Fang die die Fischer immer wieder antreibt nächtlich hinauszufahren.
Letzte Woche jedenfalls ging so ziemlich alles schief und ich
habe in der gesamten Woche 50 DM verdient. Das ist weniger als
ein Hungerlohn. Aber ich versuch es noch mal eine Woche. Ich halte
Euch auf dem laufenden und Dank einer Digitalkamera kann ich sicher
auch meine Geschichte beweisen:)
Frank und Nina © Juni 2001
mehr Tagebuchberichte im
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