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Tagebuch
Mai 2000
28. Mai 2000 Rhodos
hat uns wieder. Wir trafen uns mit Freunden die wir während
unseres Winteraufenthalts in Rhodos kennenlernten. Roland, Arina
und Sarah leben ebenfalls auf ihrer Yacht, einem kleinen Van de
Staadt Design.
Heute abend traf auch gleich unser Besuch ein. Jürg ein
Segelfreund aus der Schweiz wird mit uns für 2 Wochen bis
Kreta segeln. Wir sind nun für einige Wochen offshore.
Ich hoffe trotzdem die Webseite updaten zu können, sobald
wir wieder in Internetcafes gelangen.
26. Mai 2000
Logbuch der AMBERELLA:
| time |
course |
speed oG |
remarks |
position |
weather/wind |
| 0700 |
- |
- |
in Capi Creek Segel gewechselt
+ auf dem Mast neue Fall gesetzt |
Capi Creek Bucht |
klar 0-2 N |
| 0800 |
- |
- |
beide Anker geborgen. 1 mal Fischerbootsanker
verholt |
- |
- |
| 0915 |
238° |
4.9kn |
Motor |
36.35.18N
28.52.27E
|
klar 0-2 N |
| 0940 |
300° |
- |
Motor aus / Gross + Fock + 2.
Fock |
|
klare Sicht, kann Rhodos sehen,
3 N |
| 1130 |
270° |
4.7kn |
Gross + Fock + 2. Fock |
36.35.77N
28.39.97E
|
0.5 Welle 1014mb 3-4 Nord frischt |
| 1145 |
270 |
6- 6.5kn |
Wind frischt auf dreht westlich
, Vorbereitung zum Reffen |
|
4-5 N-NW |
| 1430 |
250 |
3-4kn |
Gross im 2. Reff, 2. Fock runter,
|
|
5 N-NW Meltemi |
| 1445 |
|
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3. Reff in Gross |
36.25.65N
28.24.22E
|
5-6 Meltemi aus West Sicht wird
trüb |
| 15.25 |
235 |
3kn |
Motor + Fock + 3. Reff hart am
Wind |
|
5-6 W / 1.5 kurze Welle |
| 1700 |
- |
- |
Diesel Filter verstopft->Wechsel |
|
6 W / 1.5 kurze Welle |
| 1830 |
235 |
3kn |
Sturmfock plus 3. Reff |
|
6 W /Rhodos eingetrübt |
| 1955 |
240 |
2-3kn |
Motor+Sturmfock+3.Reff |
36.27.39N
28.16.53E
|
6 W abschwächend auf 4-5 |
| 2030 |
290 |
3kn |
Motor letzte Meilen zum Ankerplatz |
|
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| 2045 |
- |
- |
Sefiros Beach Rhodos, |
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Fethiye- Rhodos, der zweite Versuch:
Nach unserem Disaster im letzten Jahr, siehe
Tagebuch Fethiye Rhodos. wollten
wir diesmal eine ganz leichte Segeltour zur Insel machen. Am Morgen
des 26. Mai liefen wir dann aus um Rhodos anzusteuern. Zuerst
wollten wir noch einen kurzen Schlag nach Baba Ada, einer türkischen
Insel auf dem Weg nach Marmaris machen. Die Winde auf dem Weg
nach Rhodos sind oft stark aus West und so war es klug so lange
hoch Nordwest aufzukreuzen, bis man Rhodos auf südwestlichen
Kurs (besser fast südlichem) ansteuern kann. Die ersten 4
Stunden ging das auch sehr gut, aber der starke Nordwind liess
einen Zwischenstopp in der Bucht von Baba Ada, die nach Norden
hin offen ist nicht zu, so dass wir uns entschlossen direkt Rhodos
anzusteuerten. Wir machten anfangs bis zu 7 Knoten Fahrt und wähnten
uns schon am frühen Nachmittag am Ziel, aber dann setzte
nach einer kurzen Kalmenphase der starke Westwind ein und wir
mussten wiederum kreuzen. Teilweise mit 3 Reff im Gross und Maschine
konnten wir oft gerade nur 2.5 - 3 Knoten laufen. Unser Zeitpolster
schrumpfte zusammen. Der Schwell baute sich wie gewohnt kurz und
steil auf und die Sache wurde wieder mal ungemütlich. AMBERELLAs
alte Segel konnten keinen harten Amwindkurs segeln und oft machten
wir kaum mehr als 2 Knoten Fahrt. Die Maschine hielt diesmal durch,
nur das ich unterwegs die Filter wechseln musste. Im letzten Schein
der Dämmerung liessen wir nach 11 Stunden Kampf den Anker
fallen. 11 Stunden waren trotz der Anstrengung immer noch ein
Kinderspiel im Vergleich zu den 56
Stunden im letzen Jahr auf gleicher Strecke. Nastasja schlief
nach anfänglicher Langeweile an Bord die gesamte Fahrt durch,
denn sie erholte sich gerade von Windpocken und auch Selina machte
keinerlei Probleme. Die Kinder sind sozusagen segelfest. Wir hoffen
das das für weitere Törns so bleibt.
25. Mai 2000 So
machten wir also das Schiff klar und segelten zuerst einen Probeschlag,
um das neu generierte Gertriebe zu testen nach Capi Creek, 15
sm von Fethiye. Ein starker Nordwind machte das Ankermanöver
zu einem Nervenspiel doch wir konnten uns noch rechtzeitig in
eine geschützte Ecke der Bucht quetschen. Wir legten einen
zweiten Anker aus um bei dem Wind auch ruhig schlafen zu können.
An unserem letzten Abend in der Türkei genossen wir Köfte,
die traditionellen Fleischbälle zum Abendessen.
Am Morgen haben wir die zwei Anker profihaft
bergen können, obwohl wiedermal ein Fischerboot einen unserer
Anker faulte. Doch im Bergen von fremden Ankern sind wir schon
so geübt, dass das Manöver binnen 5 Minuten erledigt
war.
24. Mai 2000 Die
Zeit vergeht wie immer wie im Fluge. Geld und Arbeit: Die letzten
Wochen brachten mir Kopfzerbrechen in wieweit wir unsere Pläne
verwirklichen können. Das Geld wird knapp und so muss eben
neben dem ersparten Budget nun dazu verdient werden, damit wir
nicht auf der Strecke bleiben. So habe ich in den letzen Tagen
konzentriert gearbeitet. Für ein Tauchunternhemen machte
ich die Webseite www.aquaprodivers.com
, dann erstellte ich noch eine Werbebroschüre für das
Hotel The Boat-house,
deren Webseite ich vor einigen Wochen fertigstellte. Ausserdem
arbeite ich weiterhin an Internetaufträgen, die durch meinen
Bruder vermittelt werden. Unser
Server zeigt einige Beispiele gemeinsamer Projekte. Ausserdem
bekam ich zwei gut bezahlte Skipperjobs für verschiedenen
Charter unternehmen vermittelt. Es ist nicht zu schwer gut bezahlte
Arbeit zu finden, sofern man irgendwie sich bekannt machen kann.
Doch es kostet viel Zeit bekannt zu werden. Ich könnte nun
nach Monaten von Mundpropaganda in Fethiye leicht ein Geschäft
aufmachen, musste sogar einige Jobs ablehnen, weil wir in den
Westen segeln wollen. So ist es eben immer ein Kompromis zwischen
den eigenen Plänen und dem Zwang auch Geld zu verdienen.
AMBERELLA fehlte damit jedenfalls die Zeit un noch einige Sachen
fertig zustellen.
Charterstories: Teil 1.Horrorstorie
Zuguterletzt segelte ich für eine Chartergesellschaft
eine Beneteau First 38 namens VIVA mit Crew nach Torunc, nähe
Marmaris. Ich bin eigentlich nur kurzfristig für einen Skipper
eingesprungen. Die 3 Tage allein sind eine Story auf meiner Webseite
wert. Das total marode Charterschiff musste mit einem Schraubenzieher
gestartet werden. Das Rig war ein Lacher und auch sonst funktionierte
nichts an Bord, ausser dem Kühlschrank. Kein Funk, kein GPS,
kein Feuerlöscher und vieles mehr fehlte auf der Wunschliste.
Wie man ein solches Schiff verchartern darf ist mir ein Rätzel.....Die
3 Gäste Rita, Angela und Petra fühlten sich natürlich
um ihren wohlverdienten Urlaub geprellt, und so nahm das Drama
seinen Lauf. Am 3. Segeltag löste sich auf offener See der
Anker aus seiner Verankerung und rauschte mit 70 Meter Kette,
komplett aus. Wie das passieren konnte ist mir jetzt noch schleierhaft,
aber bei diesem Seelenverkäufer funktionierte ja ohnehin
nichts. Die Ankerwinde war natürlich auch kaputt, und so
war an ein Bergen der Kette kaum zu denken. Wir versuchten noch
in 2 1/2 stündiger Schwerstarbeit den Anker per Hand bzw
mit den Genuawinschen mittels Schäkeln zu bergen, aber das
war zwecklos. Die 70m Kette und der Anker ergaben ein Gewicht
von mindestens 200 Kilogramm, die dann noch über eine marode
Stahlrolle umgelenkt wurde. Der Seegang brachte für alle
Seekrankheit mit sich und ich würgte einige male über
die Reeling, was bei mir dann sofortige Besserung bedeutet. Nachdem
wir in der gesamten Zeit nur 10 Meter bergen konnten, bat die
Crew den Anker zu kappen und der See zu übergeben. Laut Karte
gab es keinen Ort in unmittelbarer Nähe wo man den Anker
stranden konnte um ihn dann per Hand leichter zu bergen. Wir waren
ohnehin schon in einer Legerwallsituation, und nachdem der Motor
immer wieder mal nur auf 3 Zylindern stotterte, gab ich mich mit
dem Kappen des Ankers zufrieden. Wir legten in Torunc am späten
Nachmittag an. Dem Vercharterer war der Zustand seines Schiffes
scheinbar so peinlich, dass er ohne Nachspiel für einen neuen
Anker plus Kette aufkam, obwohl man sich hier hätte wegen
der Verantwortlichkeit streiten können. Nachdem der eigentlich
geplante Skipper, Andy mich ablöste, machte die Viwa ohnehin
nur noch eine Fahrt, nämlich in die Werft zum Maschinisten.
Der Motor muss komplett überholt werden. Die 3 Gäste
bekamen ein neues Schiff und konnten wenigesten den Rest ihres
Urlaubs geniessen. Für mich selbst habe ich gelernt, dass
ich mit einem maroden Schiff wie der VIVA nicht mehr auslaufen
werde.
Teil 2. Traumyacht
Ich halte ja nicht viel von den Plastik
Charterschiffen, wie Benetau, Janeaux, Gipsy und wie sie alle
heissen. Oft sind das krankenzimmergleiche Plastikcontainer mit
vielen Betten für Chartergäste. Doch trotz meiner schlechten
Erfahrung mit der First 38 nahm ich nochmals ein Angebot eine
Charter-Yacht zu überführen an. Diesmal war es eine
Oceanis 500 (50ft) die ich einhand nach Finnike überführte.
Das Flagschiff der Chartergesellschaft EGG Yachting in Göcek
war gerade 3 Tage zuvor neu lackiert worden. Die 90 Meilen nach
Finnike waren trotz der Grösse des Schiffes ein Kinderspiel,
denn die 90 Meilen langweilte ich mich so sehr, weil der Autopilot
die meiste Zeit steurte. Ich bereute das ich mir keine Lektüre
mitgebracht hatte. Ausserdem vergass ich ein Feuerzeug bzw Streichhölzer
und musste 15 Stunden ohne Kaffee und Zigaretten in der Nacht
verbringen. Dafür spielte ich dann mit der gesamten Technik
an Bord. Radarplotter etc. Es war alles da, sogar ein Handy. Das
tollste war die riesige Frontkabine, fast einem Saal gleichend.
In Finnike übergab ich die Yacht dann den Chartergästen
und fuhr mit dem Bus zurück nach Göcek. Zum ersten Mal
sah ich die traumhaft schöne Küstenlandschaft bei Finnike
und Kas. Man wird ein wenig an Monte Carlo oder an die Grosse
Küstenstrasse bei Melbourne, Australien erinnert. Türkisblaues
Meer und ausgewaschene Felsen. Ich genoss die Busfahrt sehr. Irgendwie
auch, weil ich wohl noch einen letzten Eindruck von der Türkei
aufsaugen wollte bevor wir sie für länger verlassen.
Diese bezahlten Jobs haben jedenfalls unser
Budget wieder in Form gebracht und so können wir erst mal
wieder Segel setzen.
Doch Arbeit gibt es auch auf dem Schiff
auch genug. Leider ungebezahlt:) Das ist ein 24h Job. Es sind
noch nicht mal alle wichtigen Aenderungen an AMBERELLA verwirklicht,
da holt uns auch schon die Zeit ein und wir müssen Pflegearbeiten
aufnehmen die uns noch weiter aufhalten. Die im letzen Jahr schön
lackierte Teakreeling muss wieder lackiert werden, das frisch
gestrichene Cockpit ist schon wieder sanier bedürftig. Im
Innenausbau fehlen immer noch wichtige Installationen. Und nebenbei
wollen wir auch noch bis nach Gibraltar, weiter zu den Kapverden
segeln. Wenn wir jetzt nicht gehen, kommen wir nie weg. Dann wird
man zu Strandgut. Ich kenne eine Reihe von Seglern, die einfach
den Hafen seit Jahren nicht verlassen haben. Diese Angst schwebt
auch über mir. Es gibt tausende Ausreden, warum man noch
nicht auslaufen kann, aber ein Schiff ist nun mal nie fertig und
die nun fast 30 Jahre alte AMBERELLA schon gar nicht.
4. Mai 2000 Grosses
Reinemachen ist angesagt. Die Mädels kommen in 2 Tagen. Ich
habe alle Teppiche geschrubbt, die Polster gewaschen und meine
Werkzeuge verschwinden langsam in der Bilge.
Paragliding: Zwischendurch warte ich noch
auf den entscheidenen Anruf. Ich bin zu einem Freiflug mit den
Paraglidern eingeladen. Schon vorgestern waren wir auf dem Weg
zum 2000m hohen Baba Ada Berg, aber das Wetter spielte nicht mit.
Zu viel Bewölkung und ein lokales Gewitter machte einen Strich
durch den Flug. Auch heute war das Wetter zu schlecht zum fliegen.
Diesmal wartete ich in Fethyie auf den Anruf vom Berg. Sofort
mit dem Bus nachfahren und abfliegen, huhu...Ich würde schon
ganz gerne mal mit einem Gleitschirm fliegen.
3. Mai 2000 Gewonnen.
das Getrieb ist zurückgeschraubt und funktioniert. Ich habe
vielleicht geschwitzt. Ich hoffe das Leck ist nun behoben. Auch
fand ich in meinem Studium des Getriebes eine Einstellschraube
mit der man das Nachlaufen der Welle justieren kann. Mittels Flaschenzug
verschwand das schwere Gerät wieder in der Bilge. Das Getriebe
wiegt ca 45 kilo, jedenfalls konnte ich es kaum allein heben,
weil sehr unhandlich. Georg musste mithelfen das zusammengesetzte
Teil über die Planke aufs Boot zu hieven. Nach ein paar Probeläufen
bin ich zuversichtlich.
Zur Feier des Tages habe ich auch die Webseite
zu unserem Tlos-Saklikent Ausflug fertig gestellt. Eine
kleine Exkursion in einen Touristenort.
2. Mai 2000 Aus
einer Schnappidee sagte ich gestern abend zu mit den Paraglidern
vom 2000 m hohen Berg Baba Ada zu springen, besser wie die Paragleiter
sagen FLIEGEN:. Wir fuhren morgens nach Olüdeniz los, aber
zogen Wolken auf und es gewitterte sogar hinterm Berg. Bis ca
1300 warteten wir auf ein geeignetes Wetterfenster um doch noch
abzufliegen, aber keine Chance. Einige russische Paraglider, flogen
dennoch im Kamikaze stil. Am Vortag sollen von den 4 Gleiter vom
Himmer gefallen sein. Zum Glück nur ins Wasser, und mit der
noch bremsenden Wirkung eines kollapsten Gleitschirms. Ich fuhr
also am Mittag wieder zurück nach Fethiye. Gerade dann riss
die Wolkendecke auf und es wurde nochmal richtig warm.
Ich baute/reparierte mir einen zweiten Spinnakerbaum
und reinigte die Bilge des Schiffes, damit ich das Getriebe wieder
zurückschrauben kann.
1. Mai 2000 Der
grösste Job mein Getriebe zu zerlegen ist fast getan.
AMBERELLA hat ein hydraulisches Getriebe der Marke Paragon. Im
Internet fand ich nach einigem Suchen die Webseite von Marinegears.com.
Der Service half mir sofort mit Plänen und Ersatzteilisten
falls ich welche benötige. Das Getriebe leckte seit einiger
Zeit, da ich aber richtig vermutete das paragon in imperialer
Massen (nicht metrisch) gebaut wurde, habe ich so lange gezögert,
bis ich sicher war Ersatzteile zu bekommen.
Mittels Seilzug hob ich das schwere Teil
auf den Holzsteg. Dann gings ans Aufschrauben. Der Fehler war
eindeutig. Die Simmerringe mussten gewechselt werden. Doch da
ich schon mal daran war wollte ich noch einige andere Stellen
am Getriebe überprüfen und es gründlich reinigen.
Beim Zerlegen achtete ich peinlichst darauf alle Teile in richtiger
Reihenfolge abzulegen und eventuell zu markieren. Das Zerlegen
war wirklich gut um mir ein Verständnis der Funktionsweise
des Getreibes aufzubauen. Ausserdem war eine reinigung dringend
nötig. Dann aber machte ich einen Fehler. Ich zog einen Bolzen
wo einer der 6 inneren Zahnkränze aufgesezt ist und hörte
im Gehäuse der Platten das Zerfallen eines Nadelkugellagers.
Damit hatte ich mir weitere Arbeit aufgehalst, denn nun musste
ich das komplette Getriebe zerlegen, um die dutzdenden von Nadeln
des Lagers wieder herauszufischen. Um das innere Gehäuse
zu öffnen und an den zweiten Zimmerring zu kommern musste
ich ins Industriezentrum, wo besseres Wekzeug vorhanden sein sollte..
Ein türkischer "Getriebespezialist "wollte sich
der Sache annehmen, aber ich lehnte (aufgrund meiner Erfahrungen
mit den Türken) ab und bestand darauf beim Öffnen und
Zusammenbau dabei zu sein. Eine gute Wahl, denn das was jetzt
geschah bewies mir wieder eindeutig, dass man als Segler nur auf
sich selbst gestellt ist und das Spezialisten wirklich sehr rar
gesäht sind. Ein Südeuropäer der mit dem Hammer
umgehen kann heisst hier schon Maschinist, und wenn er einen Nagel
gerade in die Wand schlagen kann dann ist er Ingieneur. So krass
das klingt. Es ist einfach war. Um die Story kurz zu halten hier
nur einige Details. Der türkische "Spezialist"
spannte die Getriebewelle auf einen Schraubstock und wollte mittels
Hammer und Schraubendreher den verschraubten Deckel zu den Platten
abschlagen. Ich zeigte ihm seinen Abzieher, der vorhanden war
! (ähnlich einem Abdreher für Oelfilter) und öffnte
das Teil einfach selber, als ich sah dass er beim zweiten Verzuch
mit einer Wasserrohrzange auf meiner Getriebewelle herumkratzen
wollte. Nun wurde er selber etwas sauer und meinte ob man denn
in Deutschland einfach so in der Werkstatt herumstehen könne
und selbst Hand anlegen darf. Da sagte ich dass ich in Deutschland
mehr Vertrauen auf die Fachkraft habe und ich mir schlicht und
einfach kein neues Getriebe für 6-7000 DM leisten kann, nur
weil er zu faul ist seine Werkzeuge zu benutzen. Ich sagte auch
dass er den Simmerring mit einem Hammer eingeschlagen hat, und
jeder Lehrling in Deutschland würde einen Schalg auf die
Finger bekommen wennn er so arbeitet..
Naja wie auch immer ich regte mich nicht
mehr auf und ging einfach meiner Sache nach, immer darauf bedacht
mein Getriebe zu retten. Der türkische "Fachmann"
mass wenigstens den Abstand der Verschraubung, damit die Platten
später gleich angepresst werden. Doch dann zog er noch einen
Bolzen mit Nadelkugellager und schon lagen ca 200kleine Nadeln
überall in seiner verschmutzen Werkstatt herum. Mit einem
Magnet ging ich auf die Suche, fand eine Menge anderen Müll,
aber auch genug Nadeln. Im Verlaufe der 3. Stunden Prozedur verbrachte
ich den Grossteil damit die Nadeln die der Herr fallen liess wieder
aufzufischen. Dann klebte ich alle Nadeln mit Fett in die Zahlkränze
zurück und atmete auf als auch wirklich keine fehlte. Alles
war gereinigt und lag offen auf der Werkbank, als ein Mitarbeiter
dieser Fachwerkstatt mit einer Flex gerade nebenan eine Welle
schliff. Den Späneregen konnte ich nur schnell noch mit einer
Zeitung abhalten. Wieder war ich froh die Sache dem Türken
nicht überlassen zu haben.
Ich gab dem Türken 50 Mark, was viel
zu viel für seine Leistung war und ging mit dem Bauteil zum
Schiff. Hier stellte ich fest, dass eine Verschraubung so falsch
angebracht war, dass die Welle nicht mehr drehte. So gings am
näöchsten Tag nochmals zurück ins Industriezentrum.
Von nun an weiss ich dass ich alles selber machen werde. Ich schnitt
neue Dichtungen und begann, das Gehäuse und die Hydraulikschaltung
zurückzubauen. Eine der Imbusschrauben war verdreht und ich
musste ein neues Gewinde schneiden. Imperial Masse- keine Metrischen.
Der Gedanke ans türkische Industriezentrum kam mir gar nicht
mehr sondern ich fuhr mit dem Beiboot zu einer amerikanischen
Yacht Names RUMB LINE und fragte nach dem Schneidwerkzeug, dass
dieser sicher an Bord haben müsse. Und richtig. Innert 5
Minuten hatte ich das Gewinde nachgeschnitten und das Getrieb
ist zum Einbau parat.
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