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Frauenhorizonte an Bord eines Segelbootes


Fängt zum Beispiel bei der Wäsche an. Hat frau „nur" den eigenen Berg zu bewältigen geht es knapp noch. Fällt da aber noch die weisse Jeans vom Mann in den Waschkorb (natürlich muss es weiss sein, wir sind ja Segler, oder)? und die unzähligen versabberten Kinderpullis wird das Leben ungemein erschwert.
So hatte ich bei unserem kurzen Abstecher auf Rhodos ernsthafte Probleme. Das Waschen selbst wurde mir auf SY Isenisca erleichtert. Da musste ich nur den warmen Wasserhahn aufdrehen und ein bisschen Seife zur Hand haben. Fertig. Doch nun sage mir , wie kriege ich in kürzester Zeit die klatschnassen Hosen wieder trocken? Draussen muss es natürlich regnen. Natürlich. Die Männer haben meine Sorgen gar nicht wahr oder ernst genommen. Ich dagegen bekam jedes mal einen halben Heulkrampf wenn Nastasja das zweite Mal am Tag in die Hosen gepiselt hatte. In dem Gepäck zählte ich drei paar Kinderhosen.Ich hätte 20 gebraucht!
Kann mir jeder kommen und jetzt schreiben; verwende doch Windeln. Ich weiss. Dies ist jedoch ein anderes Thema. Ich zum Beispiel ordne es unter Erziehung. Aber wir sprechen heute vom waschen.
Bereits auf Rhodos nämlich verfluchte ich zum ersten Mal das Segelleben. Was um alles in der Welt veranlasst mich das zivilisierte Leben einer Hausfrau in einer geordneten und durchaus organisierten Alltag zu verlassen? Da hat frau ihren Waschtag indem sie schnell die Wäsche in die Trommel wirft, der Geschirrspüler summt friedlich vor sich hin während frau noch schnell die Krümmel auf dem Fussboden vom Morgenessen mit dem Staubsauger verschwinden lässt, frau geht schnell auf einen Café bei der Freundinn vorbei und abends steigt frau noch schnell in ein warmes Bad in der grossen Wanne. Vielleicht ist es eben das Wort schnell. Was geht schon nicht schnell? Alles ist und bedeutet schnell. Warum eigentlich alles immer schnell?
Das Segeln bedeutet nicht schnell. Für mich zumindest. Ein Vorteil. Doch wie ist es nochmals? Für einen Vorteil kommt ein Nachteil. Alles ist Frage der Ansicht. Und ein bisschen der Organisation.
So hab ich aus dem Erlebnis Rhodos gelernt. Gehst du mit Kindern segeln pack deine Tasche voll und nimm genügend Unterwäsche mit! Nicht die Tage zählen sondern das Wetter. Und von schnell schnell ist gar keine Rede. Gott sei dank.

Nina © 01/1999 nina@schefter.net

Lebenstil

Tatsache ist, Nastasja möchte nicht mehr auf die öffentlichen Toiletten. Ist ihr keineswegs zu verdenken.
Am letzten Dienstagsmarkt entdeckten wir die beste Toilette im Lande. Wir sitzen in einem Restaurant und sind gerade dabei es uns gemütlich zu machen und mit hungrigem Magen uns über den mit Pide (türkische Art der Pizza) gefüllten Teller zu beugen da erfüllt ein verdorbener Duft die Luft. Hat mein Nachbar gerade gefurzt? Wie peinlich. Schaut man in die Ecke hinten links erkennt man einen Duschvorhang. Rosa mit Blumen drauf. (überhaupt scheint hier vom Kopftuch bis über die Strümpfe alles aus rosa zu bestehen) Hinter dem Duschvorhang ist eine Toilette. Das sogenannte stille Örtchen wird hier zum zentralen Mittelpunkt. Ich schaue auf meinen Teller gefüllt mit Pide. Bon Appetit!
So langsam aber sicher scheine ich mich, nebst solchen Erlebnissen, an die Türkei zu gewöhnen. Ich verschwende keinen Augenblick mehr mich über die türkischen Baustile zu wundern oder geschweige denn darüber zu fluchen. Ist in unserer Neubau-Wohnung doch tatsächlich die Dusche erhöht gebaut. Das Wasser soll auf keinen Fall durch den Abfluss fliessen. Die Nässe muss sich über den gesamten Badezimmerboden verteilen so braucht sich der Nachfolger der auf die Toilette geht die Füsse nicht mehr zu waschen. Wie praktisch!
Das Komische aber an der ganzen Sache ist die Eingangstür. So fragt man sich ob die Türken überhaupt etwas vom praktischen denken erlernt haben. Der Eingang ist tatsächlich versenkt gebaut. Wahrscheinlich verwechselte da jemand die Dusche mit dem Eingang. Aufjedenfall regnet es seit Tagen. Ich bin dabei etliche Regenwürmer aus unserer Wohnung zu fischen. Die werden nämlich mit der Sinnflut direkt in unsere gute Stube geschwemmt. Die Türe selbst lässt sich nicht verschliessen, sondern nur anlehnen. Es fehlen etwa 1,5cm um Es verschlossen zu nennen.
Man nehme es mit einem lächeln!

Nina © 02/1999 nina@schefter.net

 

Die tägliche Sightseeing-tour mit dem Bus

 

Das Bus fahren in der Türkei, wie überall in Asien, ist jedesmal ein Abenteuer. Sehr unterhaltsam. Man trifft Frau, Mann und Kind.
Warum gibt es in Europa einen Zeitplan für Busse? Hier scheint es ohne zu funktionieren, und wie! Möchte man einsteigen stellt man sich an den Strassenrand und wartet bis ein Dolmosch , Minibus, vorbei trottet. Überall hält er an um Passagiere ein- oder aussteigen zu lassen. Sehr praktisch. Hat man gerade eingekauft und kommt schwer beladen aus dem Supermarkt, wartet vor der Tür bereits der Bus. Egal wo man einsteigt und wieder aussteigt der Dolmosch kostet immer 100.000 Lire. (50 Pfennig) Kinder sind gratis. Ich brauchte einige Tage um den Begriff STOP auf Türkisch zu verstehen, akzeptieren und zum Schluss zu lernen. "Müseit bir yerde" heisst das Zauberwort.
Ich kenne verschiedene Gründe um eine Busfahrt zu unternehmen. Entweder habe ich kalte Füsse (die Busse sind immer geheizt), ich möchte die türkische Mentalität hautnah erleben (das spuken aus dem Fenster ist bei mir besonders beliebt)!, oder will von A nach B gelangen. Habe ich gerade Glück ist der Bus noch nicht gefüllt. Zu Fuss wäre ich in diesem Moment schneller, denn der Chauffeur versucht so viele Passagiere wie nur möglich mitzunehmen . Was tut man nicht alles um etwas zu erleben? Am letzten Dienstag zählte ich 20 Mitfahrer plus ein Chauffeur =21 Personen im Minibus für 13 ausgelegt!
Nastasja ist auch begeistert von solchen Tortouren. Am liebsten sitzt sie am Fenster da kann sie in Zeitlupentempo das Treiben und Geschehen vom alltäglichen Strassenleben Fethiyes beobachten .
Die Strassen sind bunt gefüllt mit Dingen die man Tag täglich braucht. Momentan stehen Heizöfen Konkurrenz. Fahrräder werden in Reih und Glied aufgestellt. Vor dem Malergeschäft sitzt auf einem kleinen Stuhl ein älterer Mann und zieht genüsslich an seiner Zigarette. An der Strassenecke huscht ein Junge mit einem Tableau, gefüllt mit Caj, (türkischer Tee) vorbei. Vorne links kann ich eine Gruppe Männer erkennen. Da wird heftig diskutiert. Immer wieder läuft eine Frau mit Kopftuch vorbei. Verwahrloste Katzen streunen umher auf der Suche nach etwas essbarem. Die Strassen sind schlecht gebaut. Immer mal wieder ein Schlagloch. Die Häuser sind niedrig und meistens sehen sie aus als wären sie noch nicht fertig errichtet. Die Moschee zieht an uns vorbei. Ich liebe den Anblick von den vielen durcheinander gestellten Schuhen, welche vor dem Eingang darauf warten bis der Eigner sein Gebet zu Allah beendet hat. Ab und zu erscheint ein luxuriöses Geschäft welches feine Bettwäsche oder top moderne Polstergarnituren anbietet. Wer da wohl einkauft? Unsere Fahrt ist beendet. Der Spielplatz naht und Nastasja möchte aussteigen. Wie hiess es nochmals?
Müseit bir yerde.

Nina © 03/1999 nina@schefter.net

 

Verlorener Kampf um ein Hundebaby

Drei Tage haben wir um das Leben dieses Hundebabys gekämpft. Leider war die Krankheit Staupe stärker als das Immunsystem des Hundes. Unter Tränen sah ich heute morgen wie der Doktor dem Hund die Einschläferungsspritze gab. Das Problem selbst ist damit aber nicht gelöst. Niemand scheint sich für die unzähligen Strassenhunde und somit das Thema Sterilisation verantwortlich zu fühlen.
Viele Türken haben gar Angst vor Hunden obwohl die Tiere unheimlich lieb sind und die Zuneigung der Menschen suchen. Oftmals haften an meiner Schulter verständnislose Blicke von Einheimischen, wenn sie sehen wie ich Nastasja mit den Hunden spielen lasse.
Die tägliche Fütterung der Strassenhunde gehört bereits zu unserem Alltag wie das Zähneputzen am Abend.
Immer wieder führen Frank und ich Gespräche über die Haltung einer Bordkatze oder einem Bordhund. (zur Zeit ist sogar ein Hase im Gespräch). Überwiegen die Nachteile die Vorteile oder umgekehrt? Für Nastasja wünschte ich ein Kuschel-und Spieltier. Einen Hund hätte daher den Vorteil gleich als Wachhund eingesetzt zu werden. Wie ist es jedoch mit der Grösse? Die Katze bräuchte keinen Auslauf. Jedes Land hat jedoch andere Einreisebestimmungen und erschwert daher die Einführung von Tieren.
Hast du Erfahrung mit Tieren an Bord? Ich freue mich von deinen Erlebnissen zu hören.

 Was gibt es schöneres als…..


… an einem Sonntagmorgen auf der AMBERELLA zu frühstücken. Tischlein deck dich mit 3 Minuten Eier, Nutella, Gouda-Käse, Salami und frischer Milch.

…einen trockenen Landgang.

…abends müde unter die frisch bezogene Bettwäsche zu schlüpfen. Schätzt man diese besonders wenn frau sie bei viel Wind am Sandstrand gewaschen hat.

…einmal die Woche E-mails abzufragen.

…als schwangere Frau für den Mann ein herrliches Menu zu kochen. Ganz nach ihren Gelüsten, gewürzt mir reichlich Essig und Salz.

…bei Windstärke 8 unter Deck zu gehen und von der ganzen Welt und dessen geblase nichts mehr hören.

…mitten am Tage knackige Oliven zu essen und einen leichten griechischen Wein zu trinken.

…aufzustehen und sehen wie sich der Dinghi (Beiboot) noch über Wasser hält.

…mit einem Schweizerboot der verpasste 1. August (Schweizer Nationalfeiertag) nachträglich mit Kuchen und Kaffe zu feiern.

…ein glücklich und gesundes, heranwachsendes Kind zu haben, dass lieber als Fisch auf die Welt gekommen wäre.

Mei, wie ISSES doch schön!


Olivenöl, ein paar Hausmittel aus Grossmutterszeit

Das Olivenöl ist aus den traditionellen griechischen Lebensstil nicht wegzudenken. Auch ich bin dem Zaubermittel auf der Spur.
Hier einige Hausmittel aus Grossmutterszeit:

Wärmende Einreibung: Von der Antike bis in unsere Zeit ist eine Massage mit lauwarmen Olivenöl das beste Entspannungsrezept nach einem anstrengenden Tag. Wirksam auch bei Verkühlung!

Als Medizin: Zwei Teelöffel am Tag und man kann sich jeden Doktor sparen (zumindest sagt man mir so)!
Das Olivenöl nach dem Frühstück einnehmen schützt gegen eine Vielzahl von Wehwehchen. An den Geschmack muss man sich erst gewöhnen!

Haarkur: Drei Esslöffel warmes Olivenöl auf die feuchten Haare auftragen und unter einem Handtuch einwirken lassen. Nachschamponieren und das Haar glänzt mit voller Kraft.

Gegen Zahnschmerzen: Das Zahnfleisch mit Olivenöl einreiben. Noch bessere Wirkung erreicht man, wenn man einige Tage zuvor einige Gewürznelken im Olivenöl einweicht.

Gegen Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen und Migräne: Lass eine Handvoll Lavendelblüten ca. 10 Tage in 1/2 Liter Olivenöl ziehen. Nimm jeden Morgen auf nüchteren Magen einen Teelöffel Zucker mit 1-6Tropfen von dem öl.

In unserem Badezimmer sind nur noch Olivenölseifen vorzufinden. Davon kriegt man seidenweiche Haut.
Viel Spass beim ausprobieren.