Kappadokia, das bedeutet "Land der schönen Pferde" und erhielt seinen namen von den Persern die hier Ihre Pferde kauften. Aber eigentlich gibt es kein Wort das die bizzare und wunderschöne Landschaft beschreiben kann die von Vulkanen, Wasser und Wind in Jahrtausenden von Jahren geformt wurde. Die verhärtetetn Tuffsteinfelsen formten Gebilde die Kirchen ähneln, oder sogar die Sihluette eine Kamels.

Schon 5000 B.C haben sich die Menschen die Vorteile des Tuffsteins, wie leichte Bearbeitung, Stabilität und Wärmedämmung zu Nutze gemacht und Gebäude, Kirchen, Siedlungen, ja ganze unterirdische Städte gebaut . 36 unterirdische Städte sind bekannt und noch mehr soll es geben, doch nicht mal ein Bruchteil dieser Orte ist erforscht bzw gar ausgegraben.

Die unterirdischen Städte bilden die grösste Anziehungskraft auf die Millionen von Touristen die jährlich hierher pilgern. Doch mir haben es die von der Natur geformeten Felsen und die überirdischen Bauten mehr angetan.

Gewaltige Eruptionen der Vulkane Mt. Erciyes (3916 m) und Mt. Hasan (3268 m) vor 3 Millionen Jahren verdeckten das gesamte Gebiet in Tuff, eine Mischung aus Asche, Lava und Schlamm. Wind und Regen schafften dann die surrealistischsten Gebilde in allen möglichen Formen und Farben.

Der mondlandschaftliche Anblick Kappaokiens diente schon Filmen wie "Krieg der Sterne" als Kulisse. Es ist ein riesiges Tal mit Verzweigungen, Einschnitten, tiefen Schluchten und immer wieder zahlreichen kaminartigen Felsgebilden, den Feenkaminen. Die früheren Siedler haben in den Tälern Gärten angelegt und sich ihre Behausungen direkt in die Felsen geschlagen. Wir wanderten am 1. Tag vom Ausgang der Stadt Göreme in das Tal und waren sogleich von den bizarren Felsen fasziniert.

Göreme, heisst "Du siest mich nicht" und es war gar nicht so leicht in dem Labyrinth von Nebentälern, Schluchten und Gärten eine Route ohne Sackgasse auszusuchen. Ein ideales Versteck.

Wir wanderten einige Zeit auf dem Kamm einer Bergkette und versuchten ins Tal herabzukommen. Unsere Mühe wurde belohnt denn die verlassenen Gärten im Tal boten Äpfel, Quitten und Kürbisse als Proviant denn wir unvorbereitet wie wir losmarschierten nun vermisst hatten

 

Eine eindrucksvolle Landschaft bot sich uns auf dem Weg durchs Tal bis nach Cavusin, wo heute noch Menschen in den Felsen wohnen bzw die früheren Felswohnungen als Vorratskammer nutzen.

Der Abschluss des ersten schönen Tages bildtete ein Festmahl im Kaminhausrestaurant in Ürgip.

Der zweite Tag sollte uns zu den vielbeschriebenen unterirdischen Städten führen. Wir fuhren nach Kaymakli, einer der 3 bekanntesten unterirdischen Städte.....

Es gibt noch keine schlüssigen Erkenntnisse wer mit dem Bau dieser Städte begonnen hat und welchen Zweck sie dienten. Niemand weiss wie in den bis zu 10 Stockwerken bis 40.000 Menschen leben konnten. Wo wurde der Müll entsorgt, wie wurde Wasser gefördert. Auch die Toten sollen in den Städten begraben worden sein. Das grösste Rätsel, nämlich wohin der gesamte Bauschutt verschwand ist ungeklärt, denn man fand weder künstliche Aufschüttungen noch andere plausible Erklärungen für dieses Frage.

Man geht davon aus, dass die Belüftungsschächte zuerst gebaut wurden und die Kammern und Gänge darum herum. Anders wäre ein solches Bauwerk nicht möglich gewesen.

Auch ist noch nicht geklärt wie man die riesigen mühlesteinahnlichen Torplatten durch die schmalen Gänge eingebracht wurden, denn sie bestehen aus härterem Gestein als das in den Städten. Sie dienten als Verschluss und Schutz vor Feinden.

Das einzige erwiesene Wissen über die Städte kann man aus dem frühen Mittelalter erfahren. Die Christen flüchteten vor den Verfolgungen und konnten in den geheimen Orten Ihre Kirche und Religion weiter betreiben. Das Apostel Paulus war einer der Jünger Christus die hier ihre Lehre weitertrugen. Zahlreiche Freskenmalerein in den Naturkirchen zeugen von dieser Zeit. Doch wer genau mit dem Bau anfing ist ungeklärt. Archeologen fanden einen Axt aus der Zeit des Paläolithikum (Altsteinzeit). Sowohl die Römer als auch die Byzantiner nutzen die Städte. Und immer wieder gab es Epochen dazwischen in den die Anwohner von der Existens der Städte nichts wussten. So wurde erst durch Zufall die bisher grösste freigelegte unterirdische Stadt Derinkuyu in diesem Jahrhundert gefunden.

Das eine grosse Zeitspanne zwischen den einzelnen Bauphasen bestanden haben muss bezeugen die unterschiedlichen Härtegrade des Gesteins. Doch auch die Archeologen sind über das Alter der Städte nicht im Klaren.

Am Nachmittag des gleichen Tages fuhren wir noch nach Ortahisar um uns vom Gesamtüberblick dieses risigen Gebietes faszinieren zu lassen. Selbst meine Panoramabilder können diese Momente nicht gut genug festhalten.

Den Abschluss des zweiten Tages bildete ein Besuch in Avanos, das wegen seiner Töpferein Berühmtheit erlangt hat. Ich versuchte mich auch mal am töpfern einer Schale, versagte aber kläglich:-)

In bis zu 1 Monat Handarbeit werden in Göray Töpferei die aufwendigsten Teller und Keramikformen hergestellt

Am dritten Tag besuchten wir das Tal von Zelve. Hier kann man eindrücklich den Lebenstil der früheren Bewohner betrachten. Interessant zu bemerken ist, dass Christen und Moslems in Eintracht miteinander gelebt haben, was die in Fels gehauenen Mosche und die katholische Kirchen bezeugen. Wir kletterten die Gängen in den alten Klostern hinauf und Sepsi unser Gastgeber und Begleiter zeigte uns einige interssante Bahausungen. Alles war vorhanden. Eine Mühle, Küchen. Weinkeller, Ställe und natürlich Kirchen.

Am Nachmittag besuchten wir in Mustafapascha eine örtliche Weinkellerei und genossen die jungen Kappadokischen Weine. Mustafpasa ist eine ursprünglich grieschiche Siedlung, die während des Völkeraustausches nun von Türken bewohnt ist. Klar kann man aber immer noch die Handschrift der griechischen Architekten erkennen.

Ein Grillabend im Höhlenhaus von Ali , einem der noch in den Höhlen wohnenden Anatolier, bildete den Schluss der phantastsichen Reise nach Anatolien. Wir entspannten auf den Kissen und Teppichen der türkischen Ecke und hielten unsere kalten Küsse unter den mit heisser Glut gewärmten Tischofen.

Mir fällt es schwer für diese schöne Reise die passenden Worte zu finden. Ich kann nur sagen, wer eine Chance hat hierher zu kommen sollte sich ein wenig vom vorgegebenen Touristenpfad abwenden und selbst auf Entdeckungstour gehen. Ich habe noch einige Bilder auf zusammengestellt.

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