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1001 Nacht inIzmir und Istanbul

Wir sind am Dienstag nach Izmir gefahren, weil ich einige Dinge, die es in Fethiye nicht gibt dort kaufen wollte.
Izmir ist eine riesige hektische Stadt. Georg und ich sind erst mal meilenweit im Zentrum rumgelaufen bis wir ein preiswertes Hotel fanden.

Der Markt, Basar, ist dort sehr schön, mit tausend kleinen Gassen und steilen Aufgängen. Es gibt alles durcheinander. Hier ein Fischmarkt, dort Gemüse, dort wieder Gewürze und dann wieder Fisch. Alles sieht frisch aus und ist auch merklich billiger als in Fethiye, und den anderen Touristenorten.

Doch wir waren ja auf der Suche nach Yachtzubehör und liefen die Geschäfte auf und ab. Aber keine Seglerläden waren zu finden.

Dann begannen wir uns durchzufragen. Aber da begann wieder das typische Spiel. Der eine erklärte uns wir sollen da langlaufen und als wir glaubten am Ziel zu sein, schickte uns dort jemand in die entgegengestzte Richtung.

Die Türken sind hilfsbereit und wenn sie nicht helfen können, dann geben sie trotzdem eine Antwort. Meist testen wir den Befragten indem wir in zwei komplett andere Richtungen zeigen und fragen ob dort der gesuchte Ort zu finden ist. Wenn der türkische Helfer dann mit einem Lächeln bei beiden Richtungen nickt, wissen wir das er genau wie wir keine Ahnung hat bzw. kein einziges Wort verstanden hat.

An einer Bushaltestelle, wir wollten ins Industriegebiet fahren, fragten wir eine junge Frau nach der Busnummer zum Sanai, dem Industriegebiet. Es stellte sich heraus dass es 4 verschiedenen Industriegebiete gab und wir sollten sagen in welches wir fahren wollen. Das wussten wir natürlich nicht.

Also nahm uns Pirna, die junge Frau, kurzerhand in den Bus den sie nehmen wollte, fuhr mit uns zu ihrem Freund Dschingis und dort nahm sie ihr Auto und los gings.
Plötzlich hatten wir zwei Touristenführer und Dschingis sprach dazu noch perfekt deutsch.

Im Industriegebiet angekommen wurden wir ins Stadtzentrum zu den Yachtläden geschickt und als wir im Stadtzentrum ankamen, meinte man dort wir sollen im Industriegebiet fragen. Na ich war froh, dass nicht nur mir so etwas passiert.

Also gings wieder ins Industriezentrum wo Georg nun endlich jemand fand der sein technisches Problem lösen konnte. Ich jedoch fand überhaupt nichts nützliches für AMBERELLA. Ich brauchte dringend Toggles, das sind Stahlgabeln die zwischen Deckverbindung und Spannern gebolzt werden, damit das Stahlrig zum Mast am Deck so flexibel wie möglich verbunden werden kann.
Auch waren in Izmir 4 Yachtläden und nicht gerade reichlich an Angebot ausgerüstet und billiger als erhofft waren sie auch nicht.

Als wir uns von Dschingis und Pirna verabschiedeten berieten Georg und ich schon ob wir nicht gleich am nächsten Tag nach Istanbul durchfahren sollen. Und so machten wir es auch.

Am Mittag fuhren wir los. Die Busfahrt ging 7 Stunden, aber die Reisebusse in der Türkei sind sehr bequem und modern ausgerüstet. Der Bus musste auf der Fahrt mit einer Fähre übersetzen und schon waren wir in der Metropole Istanbul.


Hier holte uns Ali, ein neu gewonnener Freund, den wir in Fethiye kennengelernt hatten ab und führte uns ins Zentrum.
Wir waren durch Izmirs Grösse schon etwas auf Grossstädte eingewöhnt, aber als wir Istanbul sahen ging uns der Mund nicht mehr zu. Man fährt fast Stunden mit dem Bus und das totale Verkehrschaos erhöht noch den Eindruck von schier unendlicher Grösse.
Am nächsten Tag trafen wir uns mit Ali und los ging es in die zahllosen Basare, Flohmärkte und Industrieläden.

Istanbul muss der grösste Basar der Welt sein. Die Waren türmen sich auf den Auslagen und es gibt so weit man sieht nur Händler die ihre Produkte anpreisen.

Noch nie habe ich in so konzentrierter Form z.B. Werkzeuggeschäfte gesehen. Da sind zum Beispiel 20 Bohrmaschinengeschäfte in einer Reihe, oder eine ganze Strasse ist nur gefüllt von Stromgeneratoren. In einer anderen Strasse werden dann wieder nur Lampen verkauft und die nötigen Kabel gibts dann wiedêr zwei Strassen weiter in unzähligen Läden nebeneinander.

Der absolute Wahnsinn.
Ich fand meine Toggles und bestellte sie nach Mass, ich kaufte ein fettes Kabel für unsere elektrische Ankerwinde, ich besorgte 20 Meter festen Stoff für die neuen Matrazen, er gab neues Werkzeug, Lampen fürs Deck und und und

Binnen 2 Tagen hatte ich eine schwindelerregende Summe Geld ausgegeben und musste mich nun zurückhalten. Dabei waren wir noch nicht mal auf allen Märkten.
Wir sollten hier eben im Februar nochmals herfahren.
Am letzten Abend gönnten wir uns einen Abstecher in die berühmten Fischlokale. Mann muss gut aufgelegt sein um die Strasse zum Marmarameer, wo ein Restaurant am anderen gereiht ist passieren zu können. Schon am Eingang in die Zone wird man von zahlreichen Kellnern überrannt und jeder preist sein Restaurant am besten und den Fisch am frischesten. Alles ist ausgestellt und dem Fischliebhaber läuft das Wasser im Mund zusammen.
Ich gönnte mir einen Seewolf (Loup de Mer) und einen schönen Vorspeisenteller.
Im Vergleich zu den einfachen Restaurants wird hier bei den Preisen aber kräftig zugelangt. Aber nach 4 Tagen Kebab, Pizza und MacDonalds hatten wir etwas besseres verdient.

Zeit für Sehenswürdigkeiten war leider auch wenig. Auch ein Grund nochmals herzukommen. Istanbul ist sehr reich an sehenswürdigen Gebäuden, Palästen, Moscheen und Kirchen. Man kann auch in einem Sultanspalast wohnen, wenn man das nötige Kleingeld hat. Jedenfalls müssen die Erzählungen von 1001 Nacht über Istanbul wahr sein. Und ich habe auch ab und zu nach fliegenden Teppichen Ausschau gehalten.

Die wären bei dem verrückten Verkehrchaos sehr nützlich. Sogar die Tram steht hier im Stau, weil sich keiner an die Verkehrsregeln hält und einfach auf dem abgetrennten Tramweg fährt, sogar entgegen der Fahrtrichtung, was dann zu noch ausgeklügelteren Stausituationen führt wenn jemand entgegen kommt. Georg und ich haben uns bei dem Anblick dieses Chaos schön amüsiert.

In 12 Stunden schneidet der Bus von Istanbul quer duchs Land bis in den Südwesten nach Fethiye und so sind wir total erschöpft von den Tagen und der Fahrt am Montag wieder in Fethiye angekommen.

Eine weitere Reise nach Istanbul steht für Februar auf dem Plan. Dann soll dort auch eine Bootsausstellung für Segelyachten stattfinden.

© AMBERELLA 1998

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